Zeichen setzen

Tanz - Logo

Hat sich schon einmal jemand die Frage gestellt, welches Zeichen der zweite Corona-Lockdown für die nächste Künstler*innen-Generation setzt? Ich schon, denn ich weiß, wie schwierig es unter Umständen sein kann, sich selbst zu erlauben, dem eigenen Traum nachzugehen. Im letzten Jahr gab es für mich einen Wendepunkt. Nachdem ich mein Studium abgeschlossen und knapp zwei Jahre als Eventmanagerin gearbeitet hatte, war es endlich soweit: Ich habe mir selbst eingestanden, dass das Tanzen mehr als «nur» ein Hobby für mich ist, und dass ich es zu meinem Beruf machen möchte.

Daher bin ich vor einem halben Jahr für ein Tanz-Mentorship-Programm nach Berlin gezogen.

Dem ging ein langer Prozess voraus. Mir selbst gegenüber diese Entwicklung einzugestehen, fiel mir schon schwer. Schwerer noch gegenüber Außenstehenden, die vielleicht sagen würden … das sei doch etwas verrückt und einfach nur ein unrealistischer Traum. Solche Stimmen gab es immer, und sie wollten mir vermutlich nie etwas Böses. Aber sie haben dazu beigetragen, dass ich lange daran gezweifelt habe, meinen Traum in die Realität umzusetzen. Dann kam der zweite Lockdown ins Spiel. Und der setzt Zeichen. Die gesamte ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz April 2021
Rubrik: Warm-up, Seite 1
von Viktoria Greif

Weitere Beiträge
Marco Goecke: «Der Liebhaber»

Das Kleid aus Rohseide ist «abgenutzt, beinahe durchsichtig». An den Füßen billige Ladenhüter aus Goldlamé, aber mit hohen Absätzen. Auf dem Kopf trägt die 15-Jährige, so beschreibt Marguerite Duras ihren ersten Auftritt im Roman «Der Liebhaber», einen Männerhut mit flacher Krempe, einen «weichen rosenholzfarbenen Hut mit einem breiten schwarzen Band», unter dem...

Ein Bild von Patrick

Ich kann mich weder an den Beginn noch an das Ende unserer Bekanntschaft erinnern. Die erste Situation mit Patrick Dupond, die ich vor mir sehe, ist in einer Hotelbar, erstaunlicherweise in meiner Heimatstadt Milwaukee, Wisconsin. Er gastierte beim Milwaukee Ballet, und ich war zufällig ebenfalls dort. Ich lud ihn nach Hamburg ein, um 1979 «Daphnis und Chloë»...

Cadillac & Co

Das Studio gleicht einer optisch antiquierten, gleichwohl zeitgemäßen Folterkammer: vier Liegen mit Schlitten, Reformer genannt; eine weitere Liege mit Stahlgerüst namens Cadillac; dann der hölzerne Wunda Chair mit seinen Stahlfedern und Klappen; und schließlich die Tonne mit Sprossenwand, das Ladder Barrel. Außerdem dräut da noch ein Ungetüm, die «Pulley Tower...