Youri Vàmos: "Giselle"
Youri Vàmos hatte schon als junger Choreograf eine szenische Idee zu Adolphe Adams "Giselle". Dann aber, bekennt der Ballettchef der Rheinoper Düsseldorf-Duisburg, habe Mats Eks Version ihn so überzeugt, dass er das Vorhaben fallen ließ. Bis heute. Und: gut so. Die Story endet bei ihm nicht in der Irrenanstalt, sondern in einem provisorischen Lazarett. Nicht das unglückliche Mädchen liegt hier, sondern Oberleutnant Albrecht und sein Rivale Hilarion. Die Rolle Albrechts wird aufgewertet, was mit einem so kraftvollen Tänzer wie Valerio Mangianti auch überzeugt.
Schauplatz ist das Frankreich des Ersten Weltkriegs. Vàmos will sich weniger für das Thema Mesalliance interessieren als für den zeitlosen Aspekt der gebrochenen Liebesschwüre und lässt eine Offiziersgesellschaft samt Bathilde stolz an der Wirtstocher Giselle (Kaori Morito) vorbeischreiten. Auch choreografisch inkonsequent, misslingt ihm diese Mixtur aus Vàmos und Coralli/Perrot im ersten Akt ganz gründlich. Umso eindrucksvoller der zweite Akt. Im Saal einer als Lazarett genutzten Villa (ausgestattet von Michael Scott), begegnen sich, welch Zufall, die verletzten männlichen Seelen wieder. Albrecht und Hilarion umkreisen ...
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