Yasmeen Godders «I’m Mean, I Am»
Yasmeen Godder in der Kammer des Schreckens: Die neue Arbeit sei ein Versuch, die Leere und Depression im Tanzstudio zu überwinden, bekennt die israelische Choreografin freimütig auf ihrer Homepage. Dazu hat sie sich mit dem Horrorfilm beschäftigt, in der Absicht ihn vampiristisch anzuzapfen. «I’m Mean, I Am» klingt verdächtig nach einem Böse-Mädchen-Manifest, zielt aber in erster Linie auf die raison d’être des Monsters: Ich bin böse, also existiere ich.
In «Strawberry Cream and Gunpowder» hatte die junge Choreografin versucht, das nationale Trauma zu vertanzen; sie wollte zeigen, wie die permanent veröffentlichten Bilder von Kriegsgräueln, Folter und Selbstmordattentaten die Wahrnehmung und die Körper angreifen. Dass sie für ihr neues Bedrohungsszenario ins Fantastische ausweicht, scheint nur so. Das zerzauste Bühnenmonster mit Löwenzottelmähne zur Trainingshose, von Godder selbst verkörpert, ist nur eine traurige Reminiszenz an all die Halbwesen mit den animalischen Instinkten, die im Horrorfilm bekanntlich ihr Unwesen treiben.
Yasmeen Godder legt denn auch bald die Maske ab und zappt sich stattdessen durch die geläufige Choreografie des Bösen: sie schneidet Fratzen, probiert ...
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