Jörg Mannes: "Molière"
Barocker Paukenschlag verkündete den Start von Jörg Mannes und dem neuen Ballett-Ensemble an der Staatsoper Hannover. Wer bei «Molière» auf ein aufwändiges historisches Bilderspektakel hoffte, sah sich aber getäuscht. Der Komödienkönig tanzt in einem opaken Kunststoff-Ambiente, in der Lars Peter die Barockbühne mit Drehprismen zitiert. Auch die Kostüme in raffinierter Farbpallette von flieder bis lachsrot hat Lenka Radecky-Kupfer transparent auf originale Schnittlinien reduziert. Auf der Folie von Molières Wirken am Hof Ludwigs XIV.
, der Gründungszeit des klassischen Balletts, reflektiert der österreichische Choreograf nicht ohne Selbstironie über die eigene Situation am Beginn mit seiner 28-köpfigen Gruppe. Im opulenten, sich in kühler Schönheit entfaltenden Bilderbogen beschäftigen Mannes also weniger Molières Lebensstationen als die Konstellationen in einem Theatermacherteam und die allgemeinere Problematik eines (Tanz-)Künstlers im Widerstreit von Tradition und Moderne, im Spannungsfeld von eigener Standortsuche und Publikumserwartung, von persönlichen Beziehungen und gesellschaftlichen Abhängigkeiten.
Klug wählte Mannes ein Sujet, das für den Zuschauer den abrupten Wechsel ...
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