Yameen Godder
Erdbeercreme und Schießpulver. Ein Checkpoint zwischen Israel und Palästina, an dem die Hosen fallen. In «Strawberry Cream and Gunpowder» steht ein Schlagbaum auf der Bühne, doch Yasmeen Godders politisches Stück hebt eher die Schranken im Kopf. Zuckende oder schlingende Körper scheinen manchmal der Ekstase so nah wie dem Nervenzusammenbruch. Viele Bilder sind instabil, eine Stimmung kann bruchlos in ihr Gegenteil kippen. Ein wie tot daliegendes Opfer wirkt merkwürdig anziehend.
Godder zeigt, wie die Medien uns den täglichen Horror als Lifestyle verkaufen und wie ob der Omnipräsenz von Gefahr und Schusswaffen in Israel der Bezug zur Erotik verkrampft. Die verstörenden Szenen am Checkpoint oder aus dem Liebesleben sind direkt der Realität entlehnt. Godder geht ihre Themen explizit an. Eine Frau findet ihren Ehemann, der einem Selbstmordattentat zum Opfer fiel, und bricht in Tränen aus. Der Druck der realen Welt ist direkt spürbar. Godders Engagement ist kein theoretisches, das in erster Linie dem guten Gewissen des (europäischen) Künstlers dient. Stilistisch stehen ihre Stücke westlicher Performance oft näher als sinnlich-mediterranen Einflüssen, die bei vielen israelischen ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Schwarz ist der Raum, den William Forsythe bis in die lichte Höhe des Festspielhauses hochgezogen hat. Weiß der Boden, der die Tänzer des Ensembles wie Elementarteilchen eines turbulenten Tableaux erscheinen lässt. «Fivefold» nennt der Künstlerische Direktor der Forsythe Company seine Uraufführung, mit der er endlich in seinem zweiten Domizil, in der «Gartenstadt»...
Schon ihre «Giselle: Reloaded» für das Ballett des Saarländischen Staatstheaters hat hohes Lob bekommen und der Choreografin sogar eine Nominierung für den renommierten Prix Benois de la Danse eingebracht. Donlons neuste Klassiker-Produktion knöpft qualitativ nahtlos an ihren Vorgänger an.
Die Choreografin hat Prokofjews «Romeo und Julia» intelligent verschlankt...
hieß es damals, als die Demokratie noch jung war. Masse hat Macht: eine Erkenntnis, der sich der Faschismus bediente. Masse macht uniform – mit dieser Weisheit regiert die Globalisierung. Sie presst die Welt in eine immer gleiche Form.
Wer aus der Reihe tanzt, sich in Asien nicht an das Gebot «Cleanliness» hält, oder in Europa seine Hunde, Rußpartikel oder...
