Yameen Godder

Sie wuchs auf zwischen New York und Tel Aviv, zwei Welten, die für viele nur in ihrer medialen Vermittlung existieren. Auch den Krieg kennen wir nur vermittelt. Darum bewegt sie nicht die Welt, sondern das Bild von ihr.

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Erdbeercreme und Schießpulver. Ein Checkpoint zwischen Israel und Palästina, an dem die Hosen fallen. In «Strawberry Cream and Gunpowder» steht ein Schlagbaum auf der Bühne, doch Yasmeen Godders politisches Stück hebt eher die Schranken im Kopf. Zuckende oder schlingende Körper scheinen manchmal der Ekstase so nah wie dem Nervenzusammenbruch. Viele Bilder sind instabil, eine Stimmung kann bruchlos in ihr Gegenteil kippen. Ein wie tot daliegendes Opfer wirkt merkwürdig anziehend.

Godder zeigt, wie die Medien uns den täglichen Horror als Lifestyle verkaufen und wie ob der Omnipräsenz von Gefahr und Schusswaffen in Israel der Bezug zur Erotik verkrampft. Die verstörenden Szenen am Checkpoint oder aus dem Liebesleben sind direkt der Realität entlehnt. Godder geht ihre Themen explizit an. Eine Frau findet ihren Ehemann, der einem Selbstmordattentat zum Opfer fiel, und bricht in Tränen aus. Der Druck der realen Welt ist direkt spürbar. Godders Engagement ist kein theoretisches, das in erster Linie dem guten Gewissen des (europäischen) Künstlers dient. Stilistisch stehen ihre Stücke westlicher Performance oft näher als sinnlich-mediterranen Einflüssen, die bei vielen israelischen ...

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Tanz März 2007
Rubrik: Portrait, Seite 60
von Thomas Hahn

Vergriffen
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