www.tanztheater-global.com
www.tanztheater-global.com hat keinen üblen Anspruch. Auf der ganzen Welt tanzen und doch zu Hause bleiben und Internet schauen. Neulich im Berliner Dock 11 zeigte die Gründerin von Tanztheater Global, Be van Vark, folgenden Digi-Tanz: Die Kamera kreist durch ein schäbiges Zimmer, immer um die eigene Achse herum, und die Tänzer liegen, stehen, fallen bei jeder Umdrehung in einer anderen Position. Das Video von Thurit Kremer bräuchte dazu nur etwas weniger Schnitte und etwas mehr handwerkliche Mühe, denn die Idee ist groß. Groß ist auch die durchsichtige Gaze, auf die projiziert wird.
Der weichgezeichnete Livetanz dahinter ist die Versicherung, dass das Publikum mit der kinematografischen Illusion nicht allein bleibt. Die sechs Performer aus aller Welt tanzen nur immer ein bisschen anders, als auf der Leinwand zu sehen. Aber nur ein bisschen macht noch keinen Spaß. Nur wenn der gefilmte kanadische Performer Daelik am Flussufer ins Wasser springen will, und der echte dazu auf einem Ein-Meter-Brett improvisiert, indem er auf seinen Videosprung wartet, den Thurit Kremer durch Vor- und Rückspulen dreist verhindert, da bekommt die Sache ihren Reiz. Dann ist Spannung da, finden dialogues ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Wo bitte geht’s zur Unterwelt?
Mitlan – Beim Abschlussfest hoch über den Dächern Mexikos am Zocalo hatte mich die Rache Montezumas ereilt – ein heftiger Durchfall rüttelte in meinen Gedärmen. Ich fühlte mich schwach und einer Ohnmacht nah. Befreundete Musiker trommelten wild, und Pavel erzählte schreiend, um die Musik zu übertönen: «Cerca de Realidad hay un pueblo...
Emilia schweigt. Umso beredter ist ihr Körper. Immer wieder bäumt er sich auf, wie von einer Last befreit. Doch die leidvolle Erfahrung sitzt tiefer, als Emilia ahnt. Ihre Arme sind in ständiger Bewegung. Sie greifen ins Leere, finden keinen Halt, kreisen umsonst. Verzweifelt sackt «Jagos Frau» in sich zusammen, und ist schnellstens wieder auf den Beinen....
Rückgang der Besucherzahlen, Konkurrenz und knapper werdende Finanzen zwingen auch Ballettkompanien, sich mit dem Thema «Marketing» zu befassen. Was in amerikanischen Theatern seit je gang und gäbe ist, stößt in Europa noch immer auf Misstrauen: Gelten in der Kultur nicht andere Werte als die ökonomischen? Führt Marktorientierung nicht zum Abbau künstlerischer...
