Würzburg: Kevin O’Day, Dominique Dumais «Ludwigs Leidenschaften»

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Zu viele Metaphern schaden dem Tanz. Hier ist alles drin: griechische Mythologie, christliche Religion, deutsch-deutscher Mauerbau, Klezmer und Beethovens Taubheit. Weil das Programmheft nur mit Floskeln weiterhilft, müssen wir selbst den roten Faden finden. Aber auch der ist schon da: Ein rotes Tuch zieht sich durch alle drei Stücke, wird von der revolutionären Fahne zum Bild der glühenden Sonne bei Ikarus, dann zum Tanzboden.

Zu zwei Uraufführungen übernehmen die neue Würzburger Tanzdirektorin Dominique Dumais und ihr «Artist in Residence» Kevin O’Day ein altes Stück aus Mannheim und schnüren, wenig stringent, die Beethoven-Hommage «Ludwigs Leidenschaften» daraus.    

O’Day setzt einen Streichquartett-Satz von Henryk Górecki mitten hinein in die «Egmont»-Ouvertüre, lässt die Tänzer im Ascheregen gegen eine Steinmauer anrennen und teilt mit der großen Aufschrift «unteilbar» mit, dass es um die deutsche Mauer ging. Die Steinblöcke kehren in «Landscape No. 5» wieder, nun in Form von quadratischen Plateaus, die ständig herumgeschoben werden. Eine kleine Steinwand dient zum Scheitern und Triumphieren, auf den Podesten wird aber nicht anders getanzt als auf dem Boden; man darf bei ...

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Tanz Januar 2019
Rubrik: Kritik, Seite 44
von Angela Reinhardt

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