Brüssel on tour: Needcompany «Krieg und Terpentin»

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Der Erste Weltkrieg blieb an den Ufern der Yser stecken. Der kleine Fluss bildete jahrelang eine Frontlinie zwischen deutschen Besatzern und belgischen Soldaten. Und ist bis heute eine Demarkationslinie auch zwischen dem französischen und dem belgischen Flandern. Der Fluss war zwischen 1914 und 1918 die Hölle: «Alles wird Wüste. Eine Urlandschaft. Ein elender Haufen menschlicher Insekten», heißt es in den Notizen des Großvaters. Sein Nachkomme, der belgische Schriftsteller Stefan Hertmans, schrieb über die Schlachtbank an der Yser einen Bestseller: «Der Himmel meines Großvaters».

Das Buch haben Jan Lauwers und seine Brüsseler Needcompany nun auf die Bühne übersetzt. 

Im Dresdener Festspielhaus Hellerau gab es zur Spielzeit-eröffnung dafür auch Ärger. Grace Ellen Barkey, die 1984 die Needcompany mitgründete, tanzt eine hinkende Krankenschwester, die von ihren Tänzersoldaten, wenn auch nur stilisiert, aber doch: vergewaltigt wird. So viel Physis geht vielen zu weit in dieser Performance, wie Jan Lauwers seine Interpretation des Buches nennt: kein Tanztheater sei es, sondern «Exzess aus Energie.»

Fünf Tänzer plus Simon Lenski am Cello prügeln und schlagen sich, fechten und sterben ...

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Tanz Januar 2019
Rubrik: Kritik, Seite 48
von Arnd Wesemann

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