b.37
Ob Donald Trump, Kim Jong-un, Wladimir Putin oder Recep Tayyip Erdogan – Egomanen wie sie machen die Welt zu einem Ort, wo das Recht des Stärkeren, Ausgrenzung und Misstrauen – wenn nicht nackte Angst – regieren. Ein junger Kanadier bietet ihnen künstlerisch die Stirn: Robert Binet. Für das Ballett am Rhein kreierte der 27-jährige Lockenkopf seine «New World» und machte das Düsseldorfer Opernhaus zu einem Ort der Utopie, wo der Mensch des Menschen Freund ist. Eine von drei Uraufführungen im Rahmen des neuen Dreiteilers «b.37».
Himmel und Erde in drei Tagen
Zwei Tänzer sind die ersten Ankömmlinge in der neuen Welt. Noch wirkt die Bühne wie ein unberührtes Terrain. Die beiden plaudern ungezwungen, probieren ihre Körper aus in schönen Balancen. Bald legen sie, rücklings, ihre Nacken liebevoll aneinander. Sie zeigen elegante Hebefiguren, bis der eine sich vertrauensvoll in die Arme des andern fallen lässt. Und sie schauen sich in die Augen, während die Hände ihre Köpfe liebevoll umfassen. Damit wäre eigentlich schon alles gesagt: Liebe deinen Nächsten! Doch Robert Binet erschafft Himmel und Erde in drei Tagen. Ein gewaltiger Akt.
Flirrende Streicher setzen ein und das – bislang ...
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Tanz Januar 2019
Rubrik: Produktionen, Seite 14
von Bettina Trouwborst
Der Erste Weltkrieg blieb an den Ufern der Yser stecken. Der kleine Fluss bildete jahrelang eine Frontlinie zwischen deutschen Besatzern und belgischen Soldaten. Und ist bis heute eine Demarkationslinie auch zwischen dem französischen und dem belgischen Flandern. Der Fluss war zwischen 1914 und 1918 die Hölle: «Alles wird Wüste. Eine Urlandschaft. Ein elender...
Plovdiv in Bulgarien hat sich ebenso reizvoll als «Kulturhauptstadt 2019» rausgeputzt, wie man es aus gleichem Anlass mit den Höhlen im apulischen Matera- tun wird. In Plovdiv aber, auf dem zentralen Boulevard zu Füßen der drei Altstadt-Hügel, lassen sie es richtig krachen zwischen Volkspark und Fußgängerzone. Der Berliner Choreograf Sven Sören Beyer hat einen 30...
Tanzfieber
Im Juli 1518 begannen Dutzende von Menschen in den Straßen von Straßburg zu tanzen, zum Schluss waren es angeblich 400 «Dantzer». Da hatte eine mehrwöchige «Tanzepidemie» die Stadt erschüttert. Chronisten wie der berühmte Humanist Sebastian Brant berichteten und empfahlen, die Choreomanen in «akustische Quarantäne» zu stecken. Diese Ausstellung zeigt,...
