Wrestling

Im Kinoerfolg von «The Wrestler» mit Mickey Rourke haben wir nicht nur die archaischen Rituale im Wrestling wiederentdeckt. Der Kampf folgt auch Gesetzen einer Choreografie von Gut und Böse.

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Die Diva ist eine Göttin, der Star ein Himmelskörper. Das setzt Naturgesetze außer Kraft. Elvis lebt – auch in weltlicher Zeit geht es nicht ohne Transzendenz. Dieser Mechanismus ist so alt wie unsere Kultur: Der Heiland stirbt und wird dadurch unsterblich. Nach der politischen Theologie des Absolutismus hat auch der König zwei Körper – den endlichen aller Irdenwesen und einen zweiten unsterblichen, der ihn über die Untertanen erhebt und sein Amt auf ewig legitimiert.

Popstars sind ebensolche Doppelfiguren: Das Idol ist vom Menschen, den es umhüllt, so weit entfernt wie ein Schauspieler von der Rolle, die er spielt.

Der Verstoß gegen diese Regel, das Idol zu vergöttern, machte den anarchischen Witz einer Trickfilmserie aus, mit der dem amerikanischen Musiksender MTV in den 1990ern wahre Sternstunden der Fernsehgeschichte gelangen: «Celebrity ­Deathmatch» war eine gezielte Subversion jener Musikvideos, die der Sender sonst abspielte. Wo dort der unbeschädigte Körper des Stars wie in einem Gottesdienst gefeiert wurde, war er hier auf einmal rüden Attacken ausgesetzt. Der Animationsfilmer Eric Fogel setzte das mit virtuos ...

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Tanz Juli 2009
Rubrik: Essay, Seite 50
von Ronald Düker

Vergriffen
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