Neues Schwarz
Merkwürdig: Anne Teresa De Keersmaeker geht ihre Kreation «The Song» mit neuem Personal an. Zur gleichen Zeit gibt auch Wim Vandekeybus seiner Kompanie ein völlig neues Gesicht. Bei ihm, der erklärt, dass er hier mal abstrakter als sonst arbeiten will, spiegelt sich die Sinnkrise von Materialismus und Kapitalismus in einem schwarzen Ritual. Schwarz, aber neu. Und verschmolzen in einem Wort: «NieuwZwart».
Doch wie neu kann Schwarz sein? So wenig wie De Keersmaeker ändert auch Vandekeybus seinen Stil.
Er sucht stattdessen neue Herausforderungen und fürchtet sich vor unkontrollierbarer Beschleunigung der Welt und Umweltkatastrophen. Wiedergeburt, Metamorphose und Mythen sind sein Thema. Dafür suchte er Tänzer, die noch nie in seinen Stücken aufgetreten waren, damit sie eine neue Energie einbringen, eine neue Farbe und vor allem eine neue Art sich zu bewegen. So legte Wim Vandekeybus großen Wert darauf, dass die Tänzer seinen eigenen, oft rüde wirkenden Tanzstil nicht kannten, um sich vom Erbe und der Erinnerung zu befreien und sein eigenes Vokabular auf den Prüfstand zu stellen.
Er tauscht Tänzer des 20. Jahrhunderts gegen Körper und Furien des 21., um sich und seine Kreativität neu ...
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