wolfsburg: philippe decouflé, octopus

Tanz - Logo

Von einem «Tausendfüßler der Metasinnlichkeit» ist die Rede. Das Bild passt gut zu Philippe Decouflé. In seinem neuen opulenten Werk «Octopus» gibt es aber auch metaphorische Bilder vom Schwan, von Affen, von menschlichen Zungen im erregten Flirt. Wie beim Chamäleon. Tiere sind jedoch gar nicht das Thema dieser sich ständig selbst verzaubernden Revue. Die ist zuallererst ihr eigenes Sujet. Ihr Titel verweist auf die acht Tänzer und acht Sequenzen. Wie immer versteht es Decouflé, die Augen des Publikums von Anfang bis Ende rotieren zu lassen, also immerhin 90 Minuten lang.

Er habe halt mal ein Stück so aufziehen wollen, wie eine Band es für ein Album tue, sagt er. Titel für Titel.

Tatsächlich ist dieser Bilderreigen auch ein Konzert, von rockig bis romantisch, dessen Musiker und Sänger Labyala Nosfell und Pierre Le Bourgeois an Perfektion und stilistischer Vielfalt den Tänzern in nichts nachstehen. Spielerisch spannt «Octopus» den Bogen von Leonardo da Vinci bis Action Painting und zelebriert Mythen von Shiva bis Aktäon, vom Schamanismus bis zum Totenfest der Mexikaner. Dazu will der Meister eine Art Streifzug durch die Tanzgeschichte anbieten. Damit scheint er vor allem seine ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Mai 2011
Rubrik: kalender, Seite 46
von Thomas Hahn

Weitere Beiträge
auf dvd: don quijote

Das ist nun bestes Tänzerfutter! Die Produktion, die Alexei Ratmansky letztes Jahr fürs Niederländische Nationalballett erstellt hat, gibt einer klassischen Kompanie alles, um zu brillieren: klare Kombinationen, effektvolle Variationen, zügige Dramaturgie. Das Ganze ist in einem heiteren Spanien angesiedelt dank Jérôme Kaplans luftiger, farbenfroher Ausstattung....

mindbox: schiffbruch mit zuschauer...

...heißt ein berühmter Text des deut­schen Philosophen Hans Blumenberg. Roberto Zappalà, Choreograf aus ­dem sizilianischen Catania, zeigt das gleichnamige Stück am 7. Mai in der Schwankhalle in Bremen im Rahmen des Festivals «dancing roads ­com­pact». Der Mensch, heißt es bei Blumenberg, solle «in seiner Lebensführung den Bedarf an Wegzehrung so beschränken, dass...

das gefällt

Die schwarze Wand ist dicht mit Kreidezeichen bedeckt. Sätze, Gedichtzeilen, Beschreibungen, kleine Piktogramme, vertikal, horizontal. Doch hier, am schicken Dawes Point in Sydney, mit Blick auf die Walsh Bay, die nicht so berühmte Seite der Stadt ohne das Opernhaus, breiten sich keine Traumpfade der Aborigines aus, hier hat ein aus London immigrierter Katalane für...