wolfsburg: philippe decouflé, octopus

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Von einem «Tausendfüßler der Metasinnlichkeit» ist die Rede. Das Bild passt gut zu Philippe Decouflé. In seinem neuen opulenten Werk «Octopus» gibt es aber auch metaphorische Bilder vom Schwan, von Affen, von menschlichen Zungen im erregten Flirt. Wie beim Chamäleon. Tiere sind jedoch gar nicht das Thema dieser sich ständig selbst verzaubernden Revue. Die ist zuallererst ihr eigenes Sujet. Ihr Titel verweist auf die acht Tänzer und acht Sequenzen. Wie immer versteht es Decouflé, die Augen des Publikums von Anfang bis Ende rotieren zu lassen, also immerhin 90 Minuten lang.

Er habe halt mal ein Stück so aufziehen wollen, wie eine Band es für ein Album tue, sagt er. Titel für Titel.

Tatsächlich ist dieser Bilderreigen auch ein Konzert, von rockig bis romantisch, dessen Musiker und Sänger Labyala Nosfell und Pierre Le Bourgeois an Perfektion und stilistischer Vielfalt den Tänzern in nichts nachstehen. Spielerisch spannt «Octopus» den Bogen von Leonardo da Vinci bis Action Painting und zelebriert Mythen von Shiva bis Aktäon, vom Schamanismus bis zum Totenfest der Mexikaner. Dazu will der Meister eine Art Streifzug durch die Tanzgeschichte anbieten. Damit scheint er vor allem seine ...

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Tanz Mai 2011
Rubrik: kalender, Seite 46
von Thomas Hahn

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