plagiate
Wer eine Kunstschule besucht, lernt es von der Pike auf: das Kopieren berühmter Vorbilder und Stile. Gleich danach wird das absichtsvolle Kopieren zum Problem. Wer ohne ironisches Augenzwinkern oder offensichtlich konzeptuellen Zugriff fremde Ideen übernimmt, bekommt es mit dem Strafgesetzbuch zu tun. Einmal im Fall der sogenannten Raubkopien, also des ungenehmigten Imitierens edler, in der Regel prestigeträchtiger Markenartikel, oder des illegalen Vervielfältigens von Speichermedien (wie CD oder DVD) oder des täuschend echt gemachten Nachmalens berühmter Gemälde.
Dass ein Plagiat alles andere ist als ein Kavaliersdelikt, hat der ehemalige Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg erfahren, nachdem bekannt geworden war, dass er in seiner Dissertation aus Texten anderer Autoren zitiert hat, ohne dies in jedem Einzelfall kenntlich zu machen, und er somit den Eindruck erweckte, er wäre der Verfasser. Das kostete ihn das Amt, seitdem beschäftigt sich auch die Staatsanwaltschaft mit dem Fall. Nicht nur in der Wissenschaft, auch in der Literatur lässt sich ein Abschreiben von anderen prinzipiell leicht aufdecken. So geschehen etwa bei Helene Hegemann mit ihrem Roman «Axolotl ...
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Tanz Mai 2011
Rubrik: praxis, Seite 68
von Klaus Kieser
...blickt nach Japan und hat sich in eines der populärsten Stücke des Nô-Theaters verguckt. «Matsukaze» handelt von zwei Schwestern, die beide denselben Mann lieben – nach seinem Tod sterben sie aus Kummer und existieren fortan als Geister, die immer wieder ins Diesseits zurückkehren müssen. Der zeitgenössische japanische Komponist Toshio Hosokawa hat den...
Flughafen Schanghai: Platz an Platz, Reihe an Reihe sitzen Chinesen in der Wartehalle. Einige lesen, die meisten beobachten mehr oder weniger interessiert die anderen Fluggäste. Es ist eine Ästhetik der Gleichförmigkeit, die die Berliner Medienkünstlerin
Angela Melitopoulos auf die beiden unterschiedlich großen Leinwände im tanzhaus nrw projiziert. Auch auf der...
...auf der Bühne ist immer ein bisschen kleiner als in Wirklichkeit. Menschen dagegen bleiben auf dem Theater stets von gleicher Größe. Weil Alice im Wunderland schrumpfte, aus einem Fläschchen trank und daraufhin so schrecklich wuchs, dass sie zu groß für so ein Haus wurde, greift jedes Theater zum gleichen Trick: Es macht das Haus ein wenig kleiner, damit Alice...
