plagiate
Wer eine Kunstschule besucht, lernt es von der Pike auf: das Kopieren berühmter Vorbilder und Stile. Gleich danach wird das absichtsvolle Kopieren zum Problem. Wer ohne ironisches Augenzwinkern oder offensichtlich konzeptuellen Zugriff fremde Ideen übernimmt, bekommt es mit dem Strafgesetzbuch zu tun. Einmal im Fall der sogenannten Raubkopien, also des ungenehmigten Imitierens edler, in der Regel prestigeträchtiger Markenartikel, oder des illegalen Vervielfältigens von Speichermedien (wie CD oder DVD) oder des täuschend echt gemachten Nachmalens berühmter Gemälde.
Dass ein Plagiat alles andere ist als ein Kavaliersdelikt, hat der ehemalige Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg erfahren, nachdem bekannt geworden war, dass er in seiner Dissertation aus Texten anderer Autoren zitiert hat, ohne dies in jedem Einzelfall kenntlich zu machen, und er somit den Eindruck erweckte, er wäre der Verfasser. Das kostete ihn das Amt, seitdem beschäftigt sich auch die Staatsanwaltschaft mit dem Fall. Nicht nur in der Wissenschaft, auch in der Literatur lässt sich ein Abschreiben von anderen prinzipiell leicht aufdecken. So geschehen etwa bei Helene Hegemann mit ihrem Roman «Axolotl ...
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Tanz Mai 2011
Rubrik: praxis, Seite 68
von Klaus Kieser
...ist einer der wenigen Gewinner des großen Sensens durch Englands nationale Kulturbehörde, den Arts Council. Bei einer Sparauflage von gut 30 Prozent wurde nicht der Rasenmäher angeworfen, sondern die «Zukunftsfähigkeit» der Künstler und ihre soziale Opportunität geprüft.
Dass Hofesh Shechter mit seiner erfolgreichen Kombination aus Rockkonzert und...
Aus Anlass des allerletzten Gastspiels von «Nearly 902» der Merce Cunningham Dance Company bei den Wiesbadener Maifestspielen im Staatstheater zeigt das Museum Wiesbaden eine Auswahl von 32 Zeichnungen des 2009 verstorbenen Künstlers. Cunningham war eng befreundet mit Jasper Johns und Robert Rauschenberg, der mehrfach die Bühnenbilder entwarf. Auch Cunningham...
Kaum ein Ballettbuch wird im angloamerikanischen Sprachraum so diskutiert wie Jennifer Homans’ «Apollo’s Angels». Was von der ehemaligen Tänzerin und Kritikerin des «New Republic» natürlich beabsichtigt war – und sogleich ihrer provokanten, nach reichlich 500 überlegen recherchierten und formulierten Seiten als Knaller gebotenen Schlussthese widerspricht:...
