Wofür steht tanz?
Tanz findet im echten Leben statt, aber Tanz ist mehr als die Bildkraft und ästhetische Erfahrung des geschulten Körpers, als Kraft, Geschmeidigkeit, Disziplin und die ganze Bandbreite der menschlichen Beweglichkeit. Tanz ist Kunst – wahrscheinlich eine der ältesten der Welt, die Kunst der Bewegung in sinnlichen Bildern und Ausdrucksform unseres Daseins: Freude und Trauer, Liebe und Leid, Kampf, Streit und Versöhnung, Glaube, Hoffnung und Spiritualität, Rituale, Magie und Mythen, Aufbruch und Veränderung, Ekstase, Verlangen und Verzehren, und noch so vieles mehr.
Tanz ist Sprache und Poesie: «Alles schläft im Holz, sagt die Musik. Alles Empfinden sind Gleichungen, sagt die Mathematik. Seid alle mal still, sagt die Poesie» (Wolf Wondratschek). Denn dort, wo wir keine Worte mehr finden, müssen wir beginnen, zu tanzen. Tanz ist Pädagogik und Therapie. Tanz ist Transformation, um Veränderung zu inspirieren, Utopien auszuprobieren, um Wahrheiten zu finden, um Menschen zu verbinden. Tanz ist politisch, auch für Demokratien: Denn die Demokratie muss nicht nur errungen und verteidigt werden, sie muss auch belebt werden, mit künstlerischer Freiheit, Vielfalt, Ästhetik, mit Leidenschaft und ...
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Tanz Mai 2024
Rubrik: 30 Jahre tanz, Seite 46
von Sönke Reimers
It‘s your turn!
Lasst uns mal kurz nach 2054 springen: tanz erreicht sein Publikum auf allen Kanälen, tummelt sich in digitalen Spielräumen, kooperiert mit sämtlichen Playern der Szene und spielt vom Hologramm einer Performance bis zur klassischen Kritik auf der unendlichen Klaviatur der Formate. Wir kuratieren in Wort und Bild, was sämtliche Spielarten des Tanzes...
Gauthier Dance im Stuttgarter Theaterhaus, die Opernhäuser in Leipzig, Erfurt, Stuttgart, Berlin, die Theater in Eisenach und Saarbrücken, das Hamburger Kulturzentrum Kampnagel, das Frankfurter Künstler*innenhaus Mousonturm, das Münchner Gärtnerplatztheater und das Wiener Museumsquartier … Ganz unterschiedliche Schauplätze für Tanz und Ballett, ganz...
Tanzlabor
Judith Kuckart
Die jüngste choreografische Arbeit von Judith Kuckart beschäftigt sich mit sogenannten «Sofamenschen» und «Wandermenschen», die sich häufig gar nicht so sehr unterscheiden. In einem sparten- und generationenübergreifendem Labor treffen diese beiden Pole menschlichen Verhaltens aufeinander: Fünf Performer*innen, die in ihrem Leben bereits...
