Wo Bestatter ihre Toten umsorgten

Wo das Bestattergewerbe dem Tanz Platz macht

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Wo Bestatter ihre Toten umsorgten und vor mehr als zehn Jahren hier die letzten Särge zimmerten, die letzten Leichen schön machten und deren Grabsteine meißelten, ist nun auf den 39.000 Quadratmetern des ehemaligen städtischen Bestattungsinstituts, das sich im Pariser Nordosten versteckt, eine Künstlerstadt entstanden. 104.fr heißt sie, mit Ateliers für bis zu zweihundert Kreative. So wie früher die verschiedenen Berufe des Bestattungswesens unter diesem Dach zusammenarbeiteten, tauschen sich nun die Künstler verschiedener Sparten aus.

Die Ateliers sind modulartig gebaut und passen sich individuellen Raumbedürfnissen an. Auch die Bevölkerung darf jederzeit hereinschauen, nicht nur zu regelmäßigen Festivals, auf denen die residierenden Künstler Einblicke in ihre Arbeit gewähren. Die beiden Erfinder des gläsernen Künstlers, Frédéric Fisbach (2007 artiste associé des Festival d’Avignon) und Robert Cantarella, kommen vom Sprechtheater. So wird es der Tanz nicht ganz leicht haben, sich einen Platz zu erobern. Bildende Kunst, Videokunst, neue Medien und Technologien kommen besser aus den Startlöchern. Es ist nun an den Choreografen, sich massiv zu bewerben. Das 104 baut ein europäisches ...

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Tanz November 2008
Rubrik: Boulevard, Seite 21
von Thomas Hahn

Vergriffen
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