Gisela Rocha: «Pictures on Stravinsky»
Die Zukunft war für Igor Strawinsky kein heiß erstrebtes Ziel. Er lebte in der Gegenwart. Gisela Rochas neues Stück, uraufgeführt im neuen Programm von Introdans, «Strawinski Swingt» (mit van Manens klassischen «Ballettszenen» und Nils Christes «Symphony in Three Movements») veranschaulicht diese Verbundenheit des Komponisten mit seinem Heute und zeigt, wie sehr sein Œuvre die Choreografen noch immer beflügelt.
Rocha erschafft eine faszinierende Welt verschwindender menschlicher Erfahrung.
«Pictures on Stravinsky» beginnt mit einer ominösen leuchtenden Konstruktion aus weißen Stühlen; eine unbehagliche Vermählung aus Installation und klinischer Sterilität. Digitalisierte Tontröpfchen evozieren rastlose Spannung, während die Tänzer sich zögerlich den Stühlen nähern. Als Strawinskys drohende Streicher einsetzen, nehmen sie die Stuhlkonstruktion mit manischer Entschiedenheit auseinander. Jede mögliche Umbauvariante probieren sie aus, manipulieren die Stühle entgegen ihrer statischen Natur. Faszinierende Geometrie, in der der Stuhl wie eine eigenartige Last erscheint. Oder wie eine anatomische Anomalie. Bedeutung, noch wichtiger: Raumwahrnehmung fluktuieren ständig.
Das Stück ist in ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
«Freut Euch!» Ganz Köln ist mit diesem fast weihnachtlichen Slogan zuplakatiert. Man sieht ein Mädchen auf einem Bein, das sich freut. Und tanzt. «Das neue Tanzmuseum kommt». Da ist es. Dabei sitzt es schon seit 1997 im Mediapark, dem nicht eben gemütlichsten Ort in der Stadt. Und im dritten Stock. Aber es wurde umgebaut. Jetzt ist alles viel heller. Der erste...
«Leben erfinden – Über die Optimierung von Mensch und Natur». Das schrieben sich die Frankfurter Positionen 2008 auf die Fahnen. Zum ersten Mal seit 2001 integrierte das Festival den Tanz, damit er mit zeitgenössischer Musik zusammenwachse. Doch geriet der Tanz bei den drei Auftragswerken eher zum Primelchen. Wanda Golonkas Inszenierung «Weil die Erde in meinem...
Mit diesem Stück startete Johannes Öhman in seine neue Position als Intendant des Göteborgs Operans Balett. «Boléro», das berühmte Werk von Maurice Ravel, lässt er von gleich drei Choreografen umkreisen. Es beginnt mit «Episode 17»: Alexander Ekman macht mit Witz, Intelligenz und einer Prise Ironie da weiter, wo er mit «Okänd Art» (Unbekannte Spezies) 2006 für das...
