Gisela Rocha: «Pictures on Stravinsky»
Die Zukunft war für Igor Strawinsky kein heiß erstrebtes Ziel. Er lebte in der Gegenwart. Gisela Rochas neues Stück, uraufgeführt im neuen Programm von Introdans, «Strawinski Swingt» (mit van Manens klassischen «Ballettszenen» und Nils Christes «Symphony in Three Movements») veranschaulicht diese Verbundenheit des Komponisten mit seinem Heute und zeigt, wie sehr sein Œuvre die Choreografen noch immer beflügelt.
Rocha erschafft eine faszinierende Welt verschwindender menschlicher Erfahrung.
«Pictures on Stravinsky» beginnt mit einer ominösen leuchtenden Konstruktion aus weißen Stühlen; eine unbehagliche Vermählung aus Installation und klinischer Sterilität. Digitalisierte Tontröpfchen evozieren rastlose Spannung, während die Tänzer sich zögerlich den Stühlen nähern. Als Strawinskys drohende Streicher einsetzen, nehmen sie die Stuhlkonstruktion mit manischer Entschiedenheit auseinander. Jede mögliche Umbauvariante probieren sie aus, manipulieren die Stühle entgegen ihrer statischen Natur. Faszinierende Geometrie, in der der Stuhl wie eine eigenartige Last erscheint. Oder wie eine anatomische Anomalie. Bedeutung, noch wichtiger: Raumwahrnehmung fluktuieren ständig.
Das Stück ist in ...
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