Lichtgestalt

Bettina Wagner-Bergelt aus München ist die Frau für alle Anfänge. Am Bayerischen Staatsballett und als Gründerin des Festivals Dance.

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Sie kommt hereingeweht in einem türkisfarbenen Seidenmantel, so großzügig geschnitten, wie ihn nur sehr hochgewachsene Frauen tragen können. Sie fröstelt, obgleich die Sonne scheint. «Der ist eigentlich für abends», sagt sie, aber der hing halt gerade da, als ihr kalt wurde. Eitel ist Bettina Wagner-Bergelt also nicht. Eine eitle Frau würde lieber frieren, als sich vormittags einen derart auffälligen Abendmantel umzuhängen. So ein Stück gehört bei ihr zur Berufskleidung.

Bettina Wagner-Bergelt muss als stellvertretende Direktorin des Bayerischen Staatsballetts am Abend was hermachen. Dann trägt sie Damenhaftes, denn im konservativen München maschelt man sich nach wie vor gern auf bei entsprechenden Gelegenheiten.

Der dunkel changierende Stoff unterstreicht das Auftreten dieser hellhaarigen Frau beträchtlich: selbstbewusst, geradeaus, bestimmend. Da musste sich der eine oder andere warm anziehen, als es galt, die Gleichstellung des Balletts in München im Alltag umzusetzen. Das Ballett als autarke Einheit? Na so was! Positionskämpfe haben Bettina Wagner-Bergelt nie interessiert, aber auch kaum geschreckt, wenn sie inhaltlich unumgänglich waren. Eloquent wie sie ist, hat sie noch nie ...

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Tanz November 2008
Rubrik: Diaghilevs Töchter, Seite 12
von Eva-Elisabeth Fischer

Vergriffen
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