Maria Netti Nüganan, Evelyn Franttis, Florentina Holzinger; Foto: Radovan Dranga

Wien: «Apollon Musagète»

Florentina Holzinger «Apollon Musagète»

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Dies ist ein sinnliches Skandalstück für sechs Damen, die statt Kleidern einfach nur Tattoo tragen und noch etwas weiter gehen, als es William Forsythe 1983 tat. Damals hat der Choreograf in «France/Dance» George Balanchines «Apollon musagète» zerlegt, jenen berühmten Halbstünder, der 1928 für die Ballets russes entstand und als Geburtsstunde der Neoklassik gilt. Balanchines Apoll zettelt einen Wettstreit unter den Musen an, wobei mit Terpsichore der Tanz als Sieger hervorgeht.

Florentina Holzinger testet bedingungslos – wie seinerzeit Balanchine auch – die Grenzen und Möglichkeiten des Körpers aus, inklusive Scheitern und Schmerz, jener zwei Faktoren, die nicht zu Unrecht mit zu den Bedingungen der apollinischen Beherrschung des Begehrens zählen.

Hier kämpfen nun fünf Musen um die Gunst des Apoll, auch in neueren Disziplinen wie dem Ritt auf einer Rodeo-Maschine oder dem Wiener Aktionismus. Dieser äußert sich in delikaten Formen der Selbstverletzung, wenn sich Holzinger gleich zu Beginn einen acht Zentimeter langen Nagel dezent per Mikro verstärkt ins (präparierte) Nasenloch hämmert, gefolgt von Evelyn Franttis Kunst, Tarot-Karten auf ihre Schenkel zu tackern und die brennende ...

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Tanz Februar 2018
Rubrik: Kalender und Kritik, Seite 50
von Arnd Wesemann

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