wer war martha graham?

Die Pionierin des Modern Dance hinterließ eine Kompanie, die mit ihrem Repertoire reichlich selektiv verfährt. Was die Frage aufwirft, warum wir entscheidende Graham-Stücke nicht mehr zu Gesicht bekommen

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1931 schuf Martha Graham «Primitive Mysteries», ein innovatives Stück, das sie mit einem Schlag in der New Yorker Tanzszene bekannt machte. Aber erst «American Document», 1938 uraufgeführt und unmittelbar danach auf US-Tournee geschickt, verschaffte ihr ein Renommee weit über die Grenzen der Kunstszene hinaus. Seltsamerweise scheint sich die Martha Graham Dance Company heutzutage aber dagegen zu sträuben, dieses Werk in einer Fassung zu spielen, die dem Original nahe kommt.

Vielleicht hat das damit zu tun, dass «American Document» eine entschieden antifaschistische Haltung einnimmt, den Ideen der Volksfront-Bewegung von damals nahesteht, sich mit seinerzeit drängenden politischen Problemen befasst und zugleich die Geschichte der USA kritisch beleuchtet. Dass Graham sich gerade um diese Zeit landesweites Renommee erwarb, hat also nicht nur mit ihren Choreografien zu tun, sondern auch mit ihrer politischen Haltung. Doch ausgerechnet das Werk, das ihr diese Reputation bescherte, wird inzwischen als künstlerisch minderbemittelt betrachtet. 

Tatsächlich mag «American Document» manchen altmodisch oder zu zeitgeistig erscheinen, um ein Revival zu verdienen. Angesichts unserer politisch ...

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Tanz Juni 2012
Rubrik: traditionen, Seite 58
von Mark Franko

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