hannover: jörg mannes «madame bovary»
Nein, es war kein Arsen. Am Ende erinnert Madame Bovary eher an den ermordeten Marat aus dem Gemälde von Jacques-Louis David – und man begreift, warum Katrin Lea Tag diese Vertiefung in das Podest eingelassen hat. Sie bietet nicht nur die Möglichkeit, das Bühnengeschehen aus einem anderen Blickwinkel zu beleuchten. Hier in Hannover dient die Tiefe vor allem als Fallgrube, als Ort, der das soziale Gefälle bewusst macht.
Emma, so erzählt Gustave Flaubert in seinem Roman, will nach oben. Die Hochzeit mit Charles, einem Landarzt, scheint ihr dabei den Weg zu ebnen.
Schattenhaft heben sich die Heiratenden vor hellem Hintergrund ab, nachdem Mark Polscher das ländliche Milieu dadurch «musikalisiert», dass er in seine komplexe Orchesterkomposition gelegentlich Hunde hineinbellen oder Hühner gackern lässt. Der vermeintliche «Realismus» wirkt indes keinen Augenblick aufgesetzt, schon gar nicht in dieser Dezenz. Vielmehr sichert er dem Werk so viel Atmosphäre, dass Jörg Mannes auf weitere Äußerlichkeiten verzichten kann. Ein bühnengroßes Podest genügt, und die dörfliche Gemeinschaft walzt darüber in einer Derbheit hinweg, die ihre eigene Kultur klar konturiert.
Mannes stellt die Großform des ...
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Tanz Juni 2012
Rubrik: kalender, Seite 44
von Hartmut Regitz
...ist eine lame duck. Jetzt endet ihre Amtszeit als Direktorin des Royal Ballet. Die allseits Hochgeschätzte hätte also mit einem glanzvollen Farewell abdanken können. Stattdessen zog sie es vor, auf der Zielgeraden einen Tabubruch zu begehen: «Ich denke, dass jeder Kompaniedirektor, der behauptet, dass er es noch nie mit einer anorektischen Tänzerin zu tun...
«In einem Solo ist man nie ganz allein. Oder man ist eben immer ganz auf sich gestellt, selbst mit einem Partner auf der Bühne», sagt Benoît Lachambre, als er im Pariser Studio Regard du Cygne sein neuestes Work in Progress vorstellt. Für «Snakeskins» mixt ihm Hahn Rowe live auf der Bühne die Klangfiguren. Dazu partnert Lachambre eine Schlinge, in die er seinen...
Nach dem, was Sie mir geschrieben haben, dürfte Ihnen tatsächlich ein Schadensersatzanspruch zustehen. Den meisten Arbeitnehmern ist nicht bekannt, dass sie für das Geld, was man ihnen bezahlt, nicht nur arbeiten müssen, sondern dass sie auch einen Anspruch darauf haben, tatsächlich arbeiten zu dürfen. Dieser Anspruch ist verhältnismäßig unbekannt, weil es vielen...
