Wellenreiten

Imre und Marne van Opstal machen Kunst, auch wenn sie kommerziell unterwegs sind. Wie jüngst bei FKA twigs

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Im vergangenen Mai trat die britische Tänzerin und Musikerin FKA twigs im Rahmen ihrer «Eusexua»-Tour mit ihrem jüngsten Album, das als ihr bislang Techno- und Hardcore-Dance-lastigstes gilt, in der Berliner Uber Eats Music Hall auf. Die Show war himmelweit von dem entfernt, was ich als zeitgenössische Tanzkritikerin normalerweise zu sehen bekomme: statt ordentlicher Sitzplätze im Publikumssaal kreischende Fans, die mit den harten, isolierten Bewegungen der Bühnentänzer*innen mittanzten.

Die Performer*innen trugen weite Lederhosen und zerfetzte Netzhemden, die nackte Haut freiließen. Auf Stühlen sitzend, die über die in Industrie-Optik und Meccano-Stil gehaltene Bühne verteilt waren, spreizten sie ihre Beine oder ließen sie rotieren wie Windmühlenflügel. Mal durchschnitten sie in militärischer Präzision mit den Armen die Luft, als übermittelten sie Nachrichten per Winkeralphabet, mal umstellten sie die singende FKA twigs in dichten Schlachtreihen.

Im Großen und Ganzen folgte die Bühnenshow der Ästhetik von kommerziellen Musikvideos und Clubkultur. Einmal allerdings schlang sich FKA twigs elegant um eine Stange (Poledancing ist immerhin eines ihrer Markenzeichen), und wenn man ...

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Tanz Jahrbuch 2025
Rubrik: Balance, Seite 82
von Emily May

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