Vision gesucht
Dagmar Birke, im Jahrbuch 2024 haben wir beide über Konflikte in Ensembles, in Theatern gesprochen: Welche Fehler gemacht werden, und warum die Strukturen des Zusammenarbeitens oft ungenügend bis gar nicht durchdacht sind, bei Veränderungen nicht angepasst werden.
Wenn wir das Scheitern von Demis Volpi als Nachfolger von John Neumeier in Hamburg durch diese Brille anschauen, dann frage ich mich, ob es überhaupt möglich ist, ein über 51 Jahre von einer Person aufgebautes und von ihr kontrolliertes System zu übernehmen, ohne dass es heftig kracht?
Da gibt es keine klare Antwort. Es ist mit das Schwierigste, was man sich vorstellen kann. Und dazu kommt ja noch, dass es nicht nur die 51 Jahre sind, sondern die Legende Neumeier. So eine Nachfolge ist grundsätzlich höchst diffizil. Ich bin keine Insiderin, was das Hamburg Ballett betrifft. Ich will auch keine Hypothesen in den Raum stellen, was da wie gewesen ist. Ich kann nur grundsätzlich über so eine Struktur sprechen – und eine Nachfolgeregelung ist überall kompliziert. Es haben sich doch Strukturen gebildet, Menschen haben sich zusammengetan, arbeiten vielleicht sogar seit Jahrzehnten miteinander. Da entstehen Traditionen und ...
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Tanz Jahrbuch 2025
Rubrik: Tanzerbe, Seite 138
von Claudia Henne
1 Choreograf*in des Jahres
2 Tänzer*in des Jahres
3 Compagnie des Jahres
4 Newcomer*in des Jahres
5 Ausstattung / Bühne / Licht und / oder Musik
6 Online
7 Positiv und / oder bedenklich war …
Andrea Amort Wien
u. a. tanznetz.de
1 Hofesh Shechter und Company (London) mit «Theatre of Dreams» wegen des furiosen Spiels mit Traum- und Wachwelten
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Kurz vor zehn Uhr morgens gibt es schon keinen Parkplatz mehr. Wer zu spät kommt und auch noch per Auto, hat halt Pech. Denn der Arbeitstag an Dresdens Semperoper ist längst voll im Gang, von der Bühne über Probenräume und Werkstätten bis zu Verwaltung, Kantine, Direktionsbüros – überall wird schon gewerkelt, gerechnet, gebaut. Falls machbar. Sonst muss der...
Vor einigen Jahrzehnten gab es ein Experiment: Die Niedersächsische Lottostiftung legte – entgegen aller Gepflogenheiten – die Entscheidung über Anträge Freier Theater in die Hände einer einzelnen Person. Der Künstler und Kunstberater Ludwig Zerull beschäftigte sich ausschließlich als gelegentlicher Theaterbesucher mit den eingereichten Vorhaben. Die Aufregung war...
