Wellenbewegungen
Das Genfer Ballett gibt einen belgischen Abend, wenn auch die beiden Choreografien von Annabelle Lopez Ochoa und Sidi Larbi Cherkaoui unterschiedlicher kaum sein können. Gemeinsam ist den beiden: sie kommen aus derselben Generation, beide entstammen Einwandererfamilien – sie aus Kolumbien, er aus Marokko. Sie wandte sich dem Ballett zu, er wurde Alain Platels Ritter von der Traurigen Gestalt. Beiden gemeinsam ist, dass sie sehr gute Handwerker sind. Beide bringen einen sehr schönen, sehr ungewöhnlichen Abend zustande.
Stierkampf? Zwei Männer stehen sich Stirn an Stirn gegenüber – das kann nicht gut gehen. «Loin», Cherkaouis Stück, beginnt bedrohlich. Das ändert sich erst, wenn das andere Geschlecht ins Spiel, will sagen: in Pose kommt. Stehen sich zwei Frauen gegenüber oder ein Mann und eine Frau, kommt Vertrauen auf oder gar Zärtlichkeit. Distanz ist variierbar, sie beeinflusst die Gefühle. «Loin» lotet Distanzen aus – besser, Ideen von Distanzen.
Leitfaden ist eine Musik aus längst vergangener Zeit: Ausschnitte aus den Rosenkranz-Sonaten von Heinrich Ignaz Franz Biber. Der Umschwung kommt erst in den langen Pausen zwischen den Sonaten. Da erzählen 23 Tänzer von ihren ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Carlos Gardel singt jeden Tag schöner, behaupten Tangofans. Isadora Duncan schwingt und wiegt sich jeden Tag schwebender, seit Jules Grandjuan (1875-1968) sie ab 1903 skizzierte und zeichnete. Pausenlos, atemlos, drei Jahrzehnte lang. Grandjuan, Karikaturist, aus der KP verbannter Anarchosyndikalist, Erfinder des politischen Plakats und Zeichner der Arbeitswelt,...
«Um zur Wahrheit zu gelangen, muss man sich einmal im Leben entschließen, alles zu bezweifeln – so weit dies möglich ist».
Beim Aufbruch durchs Dickicht der blogs und Wikis von www.mode05.org drängen sich diese Worte von René Descartes in den Sinn. Kein Wunder. Stellt doch das kollektiv gewachsene, noch wachsende Textmaterial des «meeting on dance eduction 2005» im...
Man stelle sich vor: Der Ballett-Oscar wird vergeben. Und keiner kommt. Verletzt oder verhindert, wurden Marie-Agnès Gillot, Mathieu Ganio und Svetlana Zakharova in Abwesenheit von einer Jury unter Vorsitz von Yuri Grigorovich als beste Tänzer des vergangenen Jahres ausgezeichnet: Marie-Agnès Gillot für ihren Anteil an «Signes» an der Pariser Opéra, Ganio für seine...
