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Die Staatsoperette Dresden sitzt im modernisierten Kraftwerk Mitte und ist eine komplett entstaubte Location. Wüsste man’s nicht besser, käme vermutlich niemand auf die Idee, dass hier im Normalfall die leichte Muse ansässig ist. Eingemietet aber hatte sich zur Eröffnung die «Tanzplattform Deutschland 2026», eigentlich im Festspielhaus Hellerau angesiedelt, doch außerdem auf etlichen Schauplätzen in der ganzen Stadt vertreten.
Der alle zwei Jahre von einem anderen Produktionshaus ausgerichtete und per Juryentscheid bestückte Branchentreff hat eher das Flair einer Großfamilien-Sause – und so fiel denn auch das erste Stück des viertägigen Marathons recht familiär aus. Im Sinne von: Performer*innen und Publikum teilen eine postkoloniale Weltsicht, viel Reibungsfläche ist da nicht gegeben.
«Until the Beginnings», inszeniert von der Kölner Choreografin Stephanie Thiersch und ihrer senegalesischen Kollegin Alesandra Seutin unter Einbeziehung der Kollektive Mouvoir resp. École des Sables, behandelt das Thema Gastgeberschaft und Gastexistenz, eine Art Variation zu Ein- und Ausstieg in Sachen Willkommenskultur. Tarang Cissokho spielt die Kora, eine achtköpfige Performer*innen-Schar ...
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Tanz Mai 2026
Rubrik: Tanzplattform, Seite 52
von Dorion Weickmann
Ihn müssen irgendwelche Engel über der freien Schweizer Tanzszene abgeworfen haben. Denn für diese hat sich der aus Brooklyn stammende und in Basel lebende Tänzer und Choreograf Jeremy Nedd als wahrer Glücksfall erwiesen. Jahrzehntelang hatte sich die freie Szene, insbesondere in der deutschsprachigen Schweiz, im Nachdenken über sich selbst gefangen gehalten. Und...
Dem Format der Pitchings haftet etwas von Trostpreis an: Die künstlerischen Arbeiten bzw. Methoden gelten als interessant, reichen aber nicht für einen abendfüllenden Slot im Showcase. Und doch sind sie für Kurator*innen eigentlich echte Fundorte: weniger fertige Produkte als ein Denken in Bewegung – bei gleichzeitiger Nähe zu den Künstler*innen.
Sichtbarkeit und...
Abschied
BIRGITTA TROMMLER
Birgitta Trommler war eine Macherin. An der Deutschen Sporthochschule Köln lernte sie von Maja Lex, auf die eigene Kreativität zu vertrauen. Alles andere kam dann ab 1965 in New York, in den Studios von Martha Graham und Katherine Dunham, in Trainings bei Cunningham und Limón. «Du kannst das, und wenn du das glaubst, dann wird das auch»,...
