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Die Staatsoperette Dresden sitzt im modernisierten Kraftwerk Mitte und ist eine komplett entstaubte Location. Wüsste man’s nicht besser, käme vermutlich niemand auf die Idee, dass hier im Normalfall die leichte Muse ansässig ist. Eingemietet aber hatte sich zur Eröffnung die «Tanzplattform Deutschland 2026», eigentlich im Festspielhaus Hellerau angesiedelt, doch außerdem auf etlichen Schauplätzen in der ganzen Stadt vertreten.
Der alle zwei Jahre von einem anderen Produktionshaus ausgerichtete und per Juryentscheid bestückte Branchentreff hat eher das Flair einer Großfamilien-Sause – und so fiel denn auch das erste Stück des viertägigen Marathons recht familiär aus. Im Sinne von: Performer*innen und Publikum teilen eine postkoloniale Weltsicht, viel Reibungsfläche ist da nicht gegeben.
«Until the Beginnings», inszeniert von der Kölner Choreografin Stephanie Thiersch und ihrer senegalesischen Kollegin Alesandra Seutin unter Einbeziehung der Kollektive Mouvoir resp. École des Sables, behandelt das Thema Gastgeberschaft und Gastexistenz, eine Art Variation zu Ein- und Ausstieg in Sachen Willkommenskultur. Tarang Cissokho spielt die Kora, eine achtköpfige Performer*innen-Schar ...
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Tanz Mai 2026
Rubrik: Tanzplattform, Seite 52
von Dorion Weickmann
In Köln und NRW ist Elsa Artmann/Sanfte Arbeit längst etabliert – nun hat sie auch die Herzen auf der «Tanzplattform» in Dresden erobert. Warum gerade jetzt? Im Gespräch landet sie überraschend beim Lapdance: Vielleicht helfe es, dass es im aktuellen Stück «ein bisschen um Hotness geht». Und tatsächlich: «Hot» ist bei Artmann nicht nur die ästhetische Handschrift,...
LUCINDA CHILDS
In den vergangenen Jahren ließ sich ein verstärktes Interesse an Lucinda Childs beobachten, zudem entwickelte die heute 85-jährige Pionierin des postmodernen Tanzes zuletzt auch wieder neue Stücke. Die Ausstellung «Dancing Page in Hand» dagegen konzentriert sich auf Childs’ Frühwerk aus den 1960ern und 70ern, in dem die Künstlerin Raum als...
Der schöne Schein des klassischen Balletts wertete weibliche Jugend traditionell höher als fast alles andere: Jenseits der 40 war in der Regel sowieso Schluss mit topathletisch faltenfreier Performance. Ausnahmen wie Margot Fonteyn oder Marcia Haydée, die zwei Dekaden länger durchhielten, bestätigten die Regel. Die Pariser Oper schickt Stars wie Sternchen (m/w/d)...
