Hotness
In Köln und NRW ist Elsa Artmann/Sanfte Arbeit längst etabliert – nun hat sie auch die Herzen auf der «Tanzplattform» in Dresden erobert. Warum gerade jetzt? Im Gespräch landet sie überraschend beim Lapdance: Vielleicht helfe es, dass es im aktuellen Stück «ein bisschen um Hotness geht». Und tatsächlich: «Hot» ist bei Artmann nicht nur die ästhetische Handschrift, sondern ihre Kunstpraxis selbst, eine Praxis, die nicht beim Bühnengeschehen stehenbleibt, sondern alles mitdenkt, was es rahmt: Arbeitsbedingungen, Beziehungen, Sprache, Publikum.
Das Stück «Langes Wochenende» verhandelt kollegiale Zärtlichkeit als Beziehungsutopie innerhalb künstlerischer Arbeitsprozesse. Die Produktion ist kein isoliertes Werk, sondern Zwischenergebnis einer längerfristigen Auseinandersetzung mit dem Thema Arbeit. Gemeinsam mit Samuel Duvoisin entwickelte Artmann zuvor Projekte wie «A voice of A generation» (2022), das den Körper innerhalb neoliberaler Tanztechniken verhandelt, oder «Service und Gefühl» (2023), das sich mit emotionaler Arbeit als Dienstleistung beschäftigt. «Uns beschäftigt, wie wir unsere Arbeit und die darin stattfindenden Beziehungen romantisch aufladen, gerade wenn wir prekär ...
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Tanz Mai 2026
Rubrik: Tanzplattform, Seite 58
von Thaddäus Maria Jungmann
LUCINDA CHILDS
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Amsterdam
BEAUJEAN, BRANDSEN, RAGHURAMAN, SRINIVASAN «LA BAYADÈRE»
Keine einfache Mission, die sich die Vizedirektorin von Het Nationale Ballet in Amsterdam, Rachel Beaujean (tanz 3/26), und Direktor Ted Brandsen vorgenommen hatten: eine dekoloniale Version von «La Bayadère» (1877), die Höhepunkte des zweiten Akts beibehält, aber die indische Kultur nicht...
Die Bühne: ein Tempel. In weißem Rund mit Stoff-Himmel begegnen sich Publikum und Solo-Performer, zunächst zur Meditation. Meditation? Mit Atemtechniken, Bewegungsloop, Ansprache, Musik und Lichteffekten gelingt es Ben J. Riepe, die meisten Zuschauer*innen am Boden, platziert auf hellem Flauschteppich und Kissen, in Ekstase zu bringen. Der Düsseldorfer Choreograf...
