Wegweisend
Luz Arcas
Mit Haltung tanzen: Luz Arcas ist eine Forscherin an diesem Ideal, eine Könnerin auf der iberischen Halbinsel. Für ihre Haltung zur Kunst erhielt sie 2024 den spanischen Nationalpreis «Premio Nacional de Danza». Ihre forschen(den) Bewegungen sind heutig, stammen aus keinem Tanzstudio, keiner Improvisation, keiner Innerlichkeit, Arcas hasst allen Kult um eine «unverwechselbare Handschrift» – Originalität ist für sie ein Markenzeichen des Neoliberalismus. Ihr Material operiert sie vielmehr aus oft verschütteten regionalen Tanztraditionen.
Ihre Requisiten stammen aus Galicien: Tücher, Kleider, peitschenlange Gurte – die sie in Madrid nachbehandelt wie Objekte der Kunst, auf der Bühne, auch in Museen, gemeinsam mit DJ, Gesang und Geige. Sie glaubt an einen wahrhaftigen Körper, an «einen, der real ist. Einen Körper, der vehement sich seiner Vergänglichkeit aussetzt». Ihre Schritte sind: klar, insistierend, rebellisch. Nicht Flamenco, nicht Folklore, sondern aus ihr abgeleitet und ins Heute transponiert. Arcas komponiert vermeintlich Solostücke, stets im Dialog mit anderen Künsten, setzt ihre Trilogien wie Glieder zusammen, so ihren «Zauberkreis» («Ciclo de los milagros»): drei ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Jahrbuch 2025
Rubrik: Tanzakteur*innen, Seite 150
von
Pina Bausch hat einmal sehr emotional beschrieben, worin das Wesen des Tanzes besteht, als sie in ihrer Rede zur Verleihung des Kyoto-Preises 2007 über die Arbeit auf der Bühne und die Möglichkeiten künstlerischer Annäherungen an große, letzte Fragen sprach: «Es ist so, als bekämen wir dadurch ein Wissen zurück, das wir zwar immer schon haben, das uns aber gar...
Die Stimmung ist gut. Man hockt im großen Probensaal des Bayerischen Staatsballetts auf dem Boden – und der vibriert ordentlich. Innerlich zählt man mit, während Azusa Seyama-Prioville & Kollegen vom Tanztheater Wuppertal mit den Münchner Tänzerinnen und Tänzern Pina Bauschs 50 Jahre alte und immer noch atemberaubende Version von Strawinskys «Le Sacre du printemps»...
Die Alarmstimmung schlägt um in blankes Entsetzen. Frankreichs Geldtöpfe für die Kultur trocknen aus wie die Camargue im Zuge des Klimawandels – und schon kündigen Theater an, ihre Pforten schließen zu müssen. Bedroht sind vor allem die kleineren Spielstätten, während die großen Häuser Kürzungen hinnehmen müssen und die Compagnien am Scheideweg stehen. Viele dieser...
