Wayn Traub: «Maria Magdalena»
Alchimisten haben es heute leichter als im Mittelalter. Es reicht, ein mysteriöses Pulver in eine Messingschale zu schütten, einen Sturm aus Videobildern zu entfachen, einen orangen Kopfputz zu tragen und verwirrende Geschichten zu erzählen, die sich nach und nach ineinander auflösen. So ein Alchimist wird zum funkelnden Alien, zum schillernden Cocktail aus Zeremonienmeister, Conférencier, Prediger, Journalist und Schamane.
Und selbst wenn so etwas außer Wayn Traub niemand anderem gelänge, wäre allein die Existenz dieses teuflisch Besessenen aus Antwerpen der Beweis, dass Mineralien, Ozeane, Hexen und andere Geister auf einer Bühne weder Soldaten fürchten noch chinesische Shopping Malls, weder Wolkenkratzer noch käuflichen Sex, weder die Trennung der Hemisphären unseres Gehirns noch die Erotik einer Maria Magdalena, wenn sie, als Nonne verkleidet, sich im Tanz der Salome vervielfacht.
Pech ist, dass sie dabei ihren rechten Fuß in einem belgischen Kloster vergaß. Das Gemäuer wird ihrem Fluch nicht entkommen und von Immobilienhaien heimgesucht. Wie war das mit den weiblichen Fußabdrücken in der «Grotte des sorcières», in der ein Messer spukt, das unwiderstehlich eine maritime ...
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