Emanuel Gat

Seine Stücke sind Wechselspiele von Struktur und Emotion. Wie er selbst, der israelische Choreograf, der in Frankreich lebt und nicht nur dort gefeiert wird.

Tanz - Logo

Emanuel Gat erzählt davon, dass ihm bei seinem Stück «Hark!», das er im Frühjahr für das Pariser Opernballett kreiert hat, Laurent Hilaire assistierte: «Der hat bei der Uraufführung von Bill Forsythes ‹In the Middle, Somewhat Elevated› getanzt.» Es schwingt  Ehrfurcht in seiner Stimme mit, wenn er das sagt. Sein Erfolg bei den Parisern muss in der Ballettwelt als Ritterschlag gelten. Aber Emanuel Gat gibt sich nüchtern: «Das kann gut oder schlecht für die Karriere sein. Du tust, was du tust. Entweder du schaffst es, oder du schaffst es nicht.

» Die Erfahrung mit dem Opernballett und seiner 400 Jahre alten Tradition sei jedenfalls anthropologisch sehr speziell und mit nichts, was er vorher erlebt hatte, vergleichbar gewesen: «Ich fühlte mich wie in einem Zeittunnel. Jetzt würde ich wissen, wie ich damit umzugehen hätte, würde direkt zum Punkt kommen und nicht erst lernen müssen, wie diese Kompanie funktioniert. Dort herrschen Gesetze wie zu Zeiten von Ludwig XIV. samt einer strengen Hierarchie.» Und nun fällt der Satz, den man von Gat immer wieder in verschiedenen Zusammenhängen hören wird: «Ich denke nicht in solchen Kategorien.» Hier bezieht sich das auf Tänzerinnen, die auf ihre ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz November 2009
Rubrik: Emanuel Gat, Seite 58
von Eva-Elisabeth Fischer

Vergriffen
Weitere Beiträge
Traumhafte Charleroi-Biennale

Charleroi in Belgien ist sicher nicht der schönste Ort auf Erden. Ausgerechnet im düsteren November will es ein Magnet sein, wenn die Biennale Charleroi/Danses regiert. Zu Beginn soll es zudem heftig schneien, geht es nach dem Eröffnungsstück, «Neige», von Michèle Anne de Mey. Zur traumhaften 7. Sinfonie von Beethoven sollen wir uns da so richtig wegträumen, aber...

Aus Beirut

Ein Dokumentarfilmemacher, Ahmad Ghossein, 1981 in Beirut geboren, holte soeben in Jeju, Südkorea, die Goldmedaille für die beste Tanzimprovisation. Nach seinem Debüt im dänischen Fernsehen mit «An Arab Comes to Town» (2008) bekam er den Tanzpreis kurz vor Drehbeginn zu seinem ersten Spielfilm. Ghossein, das Wunderkind, ist natürlich keins. Wie viele...

Silke Z.: «Felix trifft Felix»

Der Mann ist ein Mangelwesen. Ihm fehlt ein Ärmchen an einem Chromosom. Dabei fühlt sich das «doppelte Felixchen» auf der Bühne der Kölner Choreografin Silke Z. gar nicht schlecht. «Felix trifft Felix» dort, um über die eigene Männlichkeit zu grübeln. Das heißt: Der Tänzer Felix Marchand aus Berlin tanzt mit dem Schauspieler Felix C. Voigt aus Dresden, um blödelnd...