Wasser marsch!

Daniel Goldin: «Brahms.Variationen» in Münster

Tanz - Logo

Klavier-Variationen beherrschen den deutschen Tanz-Herbst. In Mannheim choreografierte Kevin O’Day Bachs «Goldberg-Variationen», in Mainz Martin Schläpfer die «Diabelli-Variationen» von Ludwig van Beethoven. In Münster hat sich Daniel Goldin aus drei Klavierkompositionen von Johannes Brahms – über ein Thema von Robert Schumann, op. 23; über ein Thema von Joseph Haydn für zwei Klaviere, op. 56b; Variation und Fuge über ein Thema von Georg Friedrich Händel, op. 24 – seine eigenen «Brahms. Variationen» gebastelt.

Die einstündige Choreografie hat er barfüßig auf flache Sohlen gestellt und in ein Wasserbett gesetzt; die Musik kommt vom Band.
Fürs Kleine Haus hat Matthias Dietrich eine Wasserbühne gebaut – als ein fernes Echo auf Rolf Borziks Bühnenbild für Pina Bauschs «Arien». Der schäbige Raum verjüngt sich nach hinten auf einen Durchbruch mit einer Empore hin, auf der ein einzelner Mann mit sparsamen Bewegungen den Tanz beginnt. Ihre spezielle Eigenart und Qualität aber gewinnt Goldins Choreografie aus der Beschaffenheit der Tanzfläche; der Boden ist mit Wasser knöcheltief bedeckt.
Das Programmheft zitiert eine Passage aus Doris Humphreys «Die Kunst Tänze zu machen», die als eines der ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Februar 2005
Rubrik: On Stage, Seite 46
von Jochen Schmidt

Vergriffen
Weitere Beiträge
Björn Elisson: «Volt»

The most pleasing thing about Volt in Stockholm, apart from it being so stimulatingly strange, is that it is the product of genuine craftsmanship. Choreographer Björn Elisson has moulded the movements deeply into the muscular structure of the dancers’ bodies with the result that the choreography has the precision quality of an engraving. Through this a certain...

Schlag artig

Es gibt Tänzer, die gibt’s nicht. Artis­tes chorégraphiques nennen sich bei den Ballets de Monte-Carlo die Künstler, die im Grimaldi-Forum mühelos die Bühne füllen: Bernice Coppieters zuvorderst, die unter dem Eindruck des zuvor Erlebten immer wie­der erschaudert. Den Schlag in die Magengrube hat ihr Körper nicht vergessen. Die ganze Brutalität ihres Partners ist...

www.tanztheater-global.com

www.tanztheater-global.com hat keinen üblen Anspruch. Auf der ganzen Welt tanzen und doch zu Hause bleiben und Internet schauen. Neulich im Berliner Dock 11 zeigte die Gründerin von Tanztheater Global, Be van Vark, folgenden Digi-Tanz: Die Kamera kreist durch ein schäbiges Zimmer, immer um die eigene Achse herum, und die Tänzer liegen, stehen, fallen bei jeder...