Was denkt Susanne Linke
Emanzipation? Na, ich finde das gut. Das haben die 68er damals auf den Weg gebracht. Aber ich war nicht aktiv. Ich war nur mit Tanz und Training beschäftigt. Das macht einen so müde, dass einem der Kopf dann völlig ausgeblasen ist. Da kannst du nicht so politisch denken. Nur, dass so eine Nazizeit nicht noch mal kommen darf, ist klar. Viele Künstler waren naiv und sind darauf reingefallen, auf diese Gehirnwäsche durch Hitler. Mary Wigman war total begeistert, hat ihm Briefe geschrieben, hat an die große neue Zeit geglaubt. Da fasst du dich doch an den Kopf, das war eine intelligente Frau.
Dabei war’s auf der Mary-Wigman-Schule in Berlin danach viel freier als bei der Folkwang-Schule. Die kam mir schrecklich langweilig vor. Kurt Jooss war in den letzten Zügen in Essen, alle außer Dore Hoyer machten Abstrakten Tanz. Nur das kam beim Publikum an. Bloß keinen Inhalt. Bis Pina Bausch kam und neuen Wind aus New York mitbrachte. Die hat die Hälfte der Tänzerinnen aus dem Folkwang Tanzstudio ausgetauscht. Das waren vorher klassisch Geschulte, die Frisur hoch und so, da wollte ich auch nicht rein. 1970 hat sie dann richtige Frauen-Typen geholt, Persönlichkeiten. Das Wort Emanzipation gab ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Mel Ferrer hat es nicht verdient, aber er wird immer so vorgestellt: Audrey Hepburns erster Ehemann. Erinnern Sie sich an Fürst Andrej, mit dem sie 1956 als Natascha in «Krieg und Frieden» Walzer tanzt? Das schönste Paar auf dem Parkett. Es muss ein besonderer Mann sein, der an Hepburns Seite nicht verloren geht. Deswegen ist er Audrey aufgefallen. Als er drei...
Während die Sonne langsam über der ostindischen Stadt Bhubaneswar untergeht, knapp 438 Kilometer südwestlich von Kalkutta, zieht es Mädchen und Jungs in Scharen ins hiesige Kulturzentrum. Wenn sie die Halle betreten, lassen sie den Lärm und Tumult auf den Straßen in einem der ärmsten Bundesstaaten Indiens hinter sich. Hier drinnen begeistert sie der Odissi, der...
André Presser ist nicht auf den Hund gekommen, wie das Deckblatt einer Biografie vermuten lässt. Aber Tishpoo ist immer dabei, wenn sein Herrchen dirigiert. Das tut der rothaarige «Ratje» aus Amsterdam, wie ihn eine seiner Geliebten nennt, heute nur noch in Ausnahmefällen.
Andries Jacob Presser, wie der Sohn eines jüdischen Kabarettisten eigentlich heißt, ist...
