Mechthild Grossmann
Ihr Schnurren ist das einer Raubkatze. Unvermittelt setzt sie zum Sprung an, die Beute fest im Blick, und krallt sich in ihren Hals. Der Danse macabre beginnt. Diva mit Killerinstinkt. Sie lenkt die Schritte. Der junge Mann hat keine Chance.
Die Rolle der Martha in Edward Albees mörderischer Eheschlacht «Wer hat Angst vor Virginia Woolf?» ist Mechthild Großmann auf den Leib geschrieben. Mal Femme fatale, mal kleines Mädchen mit weit aufgerissenen Augen, verführt sie den Gast, um den Gatten zu quälen.
Dem spuckt sie mit heiserer Säuferstimme Worte der Verachtung entgegen, um ihn vor dem anderen Paar zu erniedrigen. Verfällt dann in boshaftes Gelächter aus rauchiger Kehle. Und genießt es. Vollweib und Kindfrau. Domina und Dienerin.
Im Frühstücksraum eines Kasseler Hotels wirkt Mechthild Großmann wie ein schillernder Fremdkörper. Obwohl sie ungeschminkt ist, die Pumps mit Sportschuhen getauscht und eine wollene Wi-ckeljacke über das grüne T-Shirt gebunden hat, fällt ihre divaeske Erscheinung in diesem Kantinen-Ambiente auf. Stöckelte sie gestern Abend noch über die Bühne des Staatstheaters Kassel, steuert sie nun federnd-dynamischen Schrittes ans Buffet, um sich Kaffee, Brötchen und ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Sonnenwende am Gletscherstrand – der ideale Urlaub. Der Wiener Choreograf Chris Haring fordert: «Jede Jahreszeit jederzeit!» Auf der spanischen Expo in Zaragoza vereinigt er im österreichischen Pavillon die beiden Klassiker unter den Urlaubsländern, sperrt Klischees von Spanien und Österreich in eine überdimensionale, begehbare Schneekugel. Und schüttelt das...
In England gelte sie als cutting edge, sagt sie: «als total experimentell, obwohl meine Arbeit bewegungsorientiert ist». Stephanie Schober aus Freiburg, die nach begonnenem Medizinstudium die dreijährige Laban-Ausbildung in London absolvierte, choreografiert dort seit 2002 für ihre eigene Kompanie. Wegen der Fördersümmchen in kleinen und wechselnden Besetzungen....
Der belgische Choreograf Sidi Larbi Cherkaoui und der britische Bildhauer Antony Gormley arbeiteten (mit Akram Khan) bereits an «Zero Degrees» sehr erfolgreich zusammen. Für ihr neuestes Stück liefert der junge polnische Komponist Szymon Brzóska die Live-Musik, und Cherkaoui erfüllt sich einen lang gehegten Traum: mit den Mönchen des Shaolintempels in China zu...
