Die Bernal Methode
Auf den ersten Blick unterscheidet sich ihr Unterricht nicht von dem anderer Ballettpädagogen. Erst wenn man genauer hinschaut, ist vieles anders: die Zeit, die sie sich für die «Stange» nimmt, die Unnachsichtigkeit, mit der sie immer wieder die ers-te Position korrigiert. Bis alles im Lot ist. Christina Bernal, klein von Gestalt, aber unübersehbar im Ballettsaal, entgeht nichts.
«Sie hat ein unglaubliches Auge», meint Bridget Breiner, die ehemalige Stuttgarter und Dresdner Ballerina, die sie über einen längeren Zeitraum hinweg beobachtet hat; «sie besitzt einen Instinkt dafür, die Wurzeln eines Prob-lems aufzuspüren.» Das ist nicht immer so einfach. Allzu leicht täuscht ein Tänzer über seine Handicaps hinweg und kompensiert sie so lange durch sein künstlerisches Können, bis der Körper nicht mehr anders kann und auf seine Überforderung verletzt reagiert. Back to the roots also. Die energische Frau mit Kurzhaarfrisur achtet bei ihrer Basisarbeit sehr genau darauf, dass jedes Gelenk wieder seinen anatomisch angestammten Platz findet und jede Bewegung richtig gewichtet wird. Sie sind das A und O.
«Gleiches Gewicht auf beiden Füßen!», predigt die Pädagogin immer wieder und nennt als ...
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Sergei Vanaevs radikale Umdeutung des Tschaikowsky-Klassikers für ein Dutzend hoch motivierter Tänzer in Bremerhaven erfüllt zwar nicht die Erwartungen an Spitzentanz und ans imperiale Prachtballett, erzählt aber konsequent, tragikomisch und verständlich das Drama unerfüllbarer Liebe. Die «Böse Fee» ist der dunkle verwirrende Sexus von rätselhafter Anziehungskraft...
Da steht sie, aufrecht und schmal, schlichter schwarzer Anzug, flaches Schuhwerk, die Arme links und rechts um ihre Tänzerinnen geschlungen. Festen Schritts tritt sie an die Rampe und nimmt die Ovationen ihres Publikums entgegen. Dennoch, ein skeptischer Blick über die Scheinwerfer hinweg streift das Parkett, der Hauch eines Lächelns spielt um ihre Lippen.
Draußen,...
Emanzipation? Na, ich finde das gut. Das haben die 68er damals auf den Weg gebracht. Aber ich war nicht aktiv. Ich war nur mit Tanz und Training beschäftigt. Das macht einen so müde, dass einem der Kopf dann völlig ausgeblasen ist. Da kannst du nicht so politisch denken. Nur, dass so eine Nazizeit nicht noch mal kommen darf, ist klar. Viele Künstler waren naiv und...
