Was denkt Christoph Winkler

Christoph Winkler über Dubstep

Tanz - Logo

Um eins gleich vorwegzunehmen: Pop ist groß, ist krass und macht Gänsehaut. Immer noch, müsste man fast hinzufügen, denn zwischendurch war ich mir da nicht mehr so sicher. Das lag eigentlich nie an den Akteuren, sondern an der Abgeklärtheit, die sich nach zwei Jahrzehnten Pop wohl zwangsläufig einstellt. Davon, in meinem Fall, fünf Jahre als DJ, Partyorganisator und Labelowner.

Zugegeben, mittlerweile beschäftige ich mich mehr mit der Pflege meiner MP3-Sammlung (ihr wisst schon: Peer to Peer), als in Clubs zu gehen, aber die Kanäle sind noch offen.

Und was darüber in den letzten Jahren angekommen ist, kann sich sehen lassen.
Bestes Beispiel: Dubstep. Nachdem Two Step und House endgültig zur Hintergrundbeschallung jeder Saatchi-Vernissage verkommen sind, und Drum ‘n’ Bass an seiner eigenen Beschleunigung kollabierte, taucht in den Clubs ein neuer Sound auf, in dem sich das Erbe von 20 Jahren Rave Culture manifestiert. Da entstehen monolithische Basslandschaften, unterfüttert mit extremen Modulationen, während die Hi-Hat so lange um das Metrum klappert, bis niemand mehr die Eins hört. Da muss man wieder richtig tanzen können. Stampfende Techno-Hedonisten dürften dabei einige Probleme ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz März 2008
Rubrik: Was denkt..., Seite 72
von Christoph Winkler

Vergriffen
Weitere Beiträge
Ursula Cain

Ursula Cain ist die Grande Dame des Leipziger Tanzes. Die 80-Jährige war Solistin, wurde nach 1963 Ballettlehrerin und leitet noch heute die Amateurtanzgruppe Tanzkaleidoskop. Horst Dittmann, 64, bis 1979 Tänzer in Leipzig, schlug die Choreografenausbildung danach in den Wind, lernte erst Töpferei, wurde nach der Wende Porzellanhändler, dann Sozialbetreuer. Christa...

Barbara Friedrich

Barbara Friedrich arbeitet seit drei Jahren für das Netzwerk TanzRaumBerlin. Mit elf Partnern, vom Staatsballett Berlin bis zur kleinen Studiobühne Ada, verzeichnet die Berliner Knüpferin nun erstmals einen handgreiflichen Erfolg: Die Ufer-Studios, ein ehemaliges Werkstattgelände der Berliner Verkehrsbetriebe, werden auch für das neue Hochschulübergreifende Zentrum...

dance fever

Wir schreiben das Jahr 1989. Madonna hat sich gerade in den Schritt gefasst – mal wieder. Diesmal trägt sie einen zweireihigen Blazer und feuert mit ihrer anderen, zur Pistole geformten Hand, einen Schuss ab. Sekunden später sehen wir sie nackt an ein Bett gekettet. Darauf folgt eine kurze Einstellung, in der sie katzenartig am Boden entlangkriecht, um aus einer...