Was denkt Christoph Winkler

Christoph Winkler über Dubstep

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Um eins gleich vorwegzunehmen: Pop ist groß, ist krass und macht Gänsehaut. Immer noch, müsste man fast hinzufügen, denn zwischendurch war ich mir da nicht mehr so sicher. Das lag eigentlich nie an den Akteuren, sondern an der Abgeklärtheit, die sich nach zwei Jahrzehnten Pop wohl zwangsläufig einstellt. Davon, in meinem Fall, fünf Jahre als DJ, Partyorganisator und Labelowner.

Zugegeben, mittlerweile beschäftige ich mich mehr mit der Pflege meiner MP3-Sammlung (ihr wisst schon: Peer to Peer), als in Clubs zu gehen, aber die Kanäle sind noch offen.

Und was darüber in den letzten Jahren angekommen ist, kann sich sehen lassen.
Bestes Beispiel: Dubstep. Nachdem Two Step und House endgültig zur Hintergrundbeschallung jeder Saatchi-Vernissage verkommen sind, und Drum ‘n’ Bass an seiner eigenen Beschleunigung kollabierte, taucht in den Clubs ein neuer Sound auf, in dem sich das Erbe von 20 Jahren Rave Culture manifestiert. Da entstehen monolithische Basslandschaften, unterfüttert mit extremen Modulationen, während die Hi-Hat so lange um das Metrum klappert, bis niemand mehr die Eins hört. Da muss man wieder richtig tanzen können. Stampfende Techno-Hedonisten dürften dabei einige Probleme ...

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Tanz März 2008
Rubrik: Was denkt..., Seite 72
von Christoph Winkler

Vergriffen
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