Avi Kaiser, Sergio Antonino: «Cave Canem»
«Warnung vor dem Hund». Das steht auf dem ältesten erhaltenen Warnschild der Welt. Überlebt hat es unter der Lava von Pompeji. Der Hund, nun, das ist wohl der Bürger selbst, schaut man auf die Bühne der beiden Duisburger Choreografen Avi Kaiser und Sergio Antonino.
Um ein Picknick-Tuch auf einer Bühnenwiese aus dem Video von Dimitrios Tsantidis singen und träumen neun Tänzer stumm von Bürgern, die sich vom Staat nichts sagen lassen, weil sie selbst ihn mit Steuern bezahlen.
Im Video herrscht stolze Sommerfrische, Hochzeit und die stolzeste aller Tänzerinnen, Susanne Linke, die vortanzt, was die echte Tänzerschar auf der Bühne sich klatschend, summend, singend an Freiheit nimmt, um von Perfektion und Prinzipien völlig abzusehen. Nur eine Sehnsucht gibt es: Die nach einer Familie, in der keiner verlangt, dass jemand sei wie alle anderen auch.
Zur Musik von Yuval Avital heulen die Tänzer bedeutend schöner als ein Hund. Im Theaterlabor in Bielefeld duftet dieses maghrebinisch klingende Gebell nach Poésie concrète. Die getrommelte, verfremdete, ins Echo getriebene Gitarre schafft es von indonesischer Gamelan-Musik zum kirgisischen Oberton in einem Sprung, als kläffe sie den in den Wind ...
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“She’d have been 126 years old today,” I thought, as my train passed fields and cities enshrouded by the winter dusk; an all consuming darkness, evoking perhaps the same kind of black despair that ultimately convinced Virginia Woolf to drown herself in the river Ouse in 1941. Mere speculation.
The fragment of an essay Woolf wrote sprang to mind as I travelled...
Wir schreiben das Jahr 1989. Madonna hat sich gerade in den Schritt gefasst – mal wieder. Diesmal trägt sie einen zweireihigen Blazer und feuert mit ihrer anderen, zur Pistole geformten Hand, einen Schuss ab. Sekunden später sehen wir sie nackt an ein Bett gekettet. Darauf folgt eine kurze Einstellung, in der sie katzenartig am Boden entlangkriecht, um aus einer...
