Was bleibt
Einst sah ich Dore Hoyer wie einen dunklen Vogel, schräg vorwärts geneigt, durch den Berliner Tiergarten eilen. Als «letzte Fahnenträgerin des Ausdruckstanzes», wie sie sich selbst nannte, strebte sie einsam, in sich gekehrt, der neuen Akademie der Künste (AdK) am Hanseatenweg entgegen. Mit der Studiobühne und den Künstlerwohnungen war der aparte Flachbau mit den begrünten Innenoasen sporadisch Fluchtort der Tänzerin, die zwischen ihrer deutschen Heimat und Argentinien hin- und herpendelte. Oft auf vergeblicher Suche nach Arbeitsmöglichkeiten und Unterstützung.
1960 von Werner Düttmann erbaut, wurde die AdK zum Diamant des neuen, zur Interbau 1957 entstandenen Hansaviertels und zur Pilgerstätte meiner Generation, die hier nach und nach lernte, wie Wandel und Vielfalt im Tanz schmeckt. Dass nun in besagter AdK gleich drei Reenactments von Dore Hoyers letztem großen Tanz-Zyklus «Afectos Humanos» zu sehen sein werden (von Renate Graziadei, Nils Freyer und Pol Pi wiederbelebt), verknüpft das Heute mit dem Gestern auf faszinierende Weise – an einem Ort, der für die Entwicklung des zeitgenössischen Tanzes und die Neudefinition von Körperbildern enorme Wichtigkeit hat.
«Was der Körper ...
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Tanz August/September 2019
Rubrik: Traditionen, Seite 52
von Irene Sieben
Deutschland
Andechs
Kloster Andechs, Florian Stadl
«Carl Orff Fest Andechs & Ammersee 2019»: Premiere «Mozart 20», Tanzstück des Choreo-grafen Matteo Carvone zu Mozarts 20. Klavierkonzert KV 466, d-moll, TänzerInnen des Münchner Gärtnerplatztheaters, Münchner Symphoniker; im Anschluss Carl Orffs erste Oper «Gisei». 8., 10., 11. Aug.;
www.carl-orff-fest.de
Baden...
Ende Juni kam in Stuttgart einiges zusammen. Das Ballett zeigte die letzte Saisonpremiere, im Theaterhaus startete Eric Gauthier sein «Colours»-Festival und hieß zugleich über 40 Kolleginnen und Kollegen willkommen – Mitglieder der Bundesdeutschen Ballett- und Tanztheaterdirektoren-Konferenz (BBTK), die sich zur turnusmäßigen Sitzung trafen. Wie geplant...
Ein einziges Mal ist der «Dr. Otto-Kasten-Preis», besser bekannt als «Förderpreis der deutschen Intendanten», an einen Vertreter des Tanzes gegangen: 1995 an Joachim Schlömer. Fast ein Vierteljahrhundert später wurde er dieses Jahr erstmalig einer Tänzerin zugesprochen – Noriko Nishidate von TANZ Bielefeld. Die Ehrung wird «herausragenden Theater-Nachwuchskräften»...
