Wanderlust
Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer mussten sich bis in die Wüste namens «Ende der Welt» verirren, um ihm zu begegnen. Am Horizont ragt vor den zwei Freunden plötzlich eine hagere Gestalt mit Spitzhut und knielangem Rauschebart auf. Nach dem ersten Schreck befindet Lukas: «Außer seiner Größe sieht der Riese ja ganz manierlich aus! Ich glaub, der ist völlig harmlos.
» Der kleine Jim Knopf hat anfangs noch seine Zweifel: «So ein großer Kerl? Harmlos? Vielleicht verstellt er sich! Wahrscheinlich will er uns fangen und einkochen!» Doch der gelassene Lokomotivführer soll Recht behalten: Mit jedem Meter, den der Riese näherkommt, schrumpft seine Gestalt, bis er den beiden – auf Augenhöhe – gegenübersteht. Und sich vorstellt: «Guten Tag, ich weiß gar nicht, wie ich euch danken soll, dass ihr nicht weggelaufen seid. Niemand hat mich bis jetzt näher kommen lassen, dabei sehe ich doch nur von Ferne so schrecklich aus. Mein Name ist Tur Tur.»
Es sollte nicht lange dauern, bis Michael Endes hinreißende Erfindung dieses freundlichen, hilfsbereiten, einsamen, dabei aber eigentlich geselligen Herrn Eingang in die Sprache des politischen Journalismus fand. Dieser münzte die Bezeichnung ...
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Tanz Jahrbuch 2018
Rubrik: Globetrotter, Seite 28
von Marc Staudacher
Der Duft von Pfannkuchen. Die Art, wie der Wind riecht. Wie die Diele knarzt. Wie sich der Boden unter den Füßen anfühlt. Wen wir zum Reden suchen, wenn wir in Sorge sind. Mit wem wir Freude teilen, wenn sie zu viel ist für einen allein. Ein Gericht. Der Gruß des Nachbarn. Ein Lied. Dass der Bäcker weiß, welches Brot wir lieben. Wie wir feiern. Die Chefin der...
Martina Arduino ist seit Kurzem Prima Ballerina beim Ballett des Teatro alla Scala in Mailand. Dort rangiert die 22-jährige gebürtige Turinerin unter den vielversprechendsten Nachwuchstänzerinnen der Kompanie, die nun endlich die höheren Ballettweihen empfangen. Im Anschluss an ihre Ausbildung, die sie in Turin begann und 2015 an der Accademia Teatro alla Scala...
Zwei ältere Jungs zwängen sich an den jüngeren Mädchen vorbei und äugen durch den Vorhang. «Das muss ich sehen», sagt der eine. Dann greift er sich wie Siegfried an die Brust und fällt auf die Knie: «Och». Der tiefe Seufzer gilt nicht Rihanna oder Pink. Im Theatersaal der Staatlichen Ballettschule Berlin steht Polina Semionova und probt mit der Klasse 6b...
