Martina Arduino
Martina Arduino ist seit Kurzem Prima Ballerina beim Ballett des Teatro alla Scala in Mailand. Dort rangiert die 22-jährige gebürtige Turinerin unter den vielversprechendsten Nachwuchstänzerinnen der Kompanie, die nun endlich die höheren Ballettweihen empfangen.
Im Anschluss an ihre Ausbildung, die sie in Turin begann und 2015 an der Accademia Teatro alla Scala abschloss, dauerte es nur wenige Monate, bis sie eingeladen wurde, zunächst die Fliederfee in Alexei Ratmanskys «Dornröschen» zu tanzen und schließlich, ein Jahr darauf, die Partie der Odette/Odile in dessen «Schwanensee»-Version. Neben ihrer beeindruckenden streng akademischen Technik bestechen vor allem die außergewöhnliche Expressivität und das Selbstbewusstsein dieser noch sehr jungen Tänzerin: Lebhaft, feminin und voller Leidenschaft gebietet Martina Arduino schon jetzt über natürliches Charisma und ein unwiderstehliches Ges-ten-Repertoire, mit dem sie Blicke zu fesseln und zu bannen versteht. Daher scheint sie sich zunehmend auch eher als dramatische Darstellerin denn als rein klassische Tänzerin zu profilieren: als Julia frisch und unter die Haut gehend, als Prudence in der «Kameliendame» nuancenreich und vieldeutig. ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Jahrbuch 2018
Rubrik: Hoffnungsträger, Seite 154
von Silvia Poletti
Heute über Heimat zu sprechen, heißt häufig über ihren Verlust zu reden. Die Sehnsucht nach heimatlicher Zugehörigkeit tritt ein, wenn man sie gerade zu verlieren scheint oder bereits verloren zu haben glaubt. «Heimatverlust» bewirkt einen Phantomschmerz, meist bleibt er unerlöst. Die äußere Heimat – der Boden, der Wald, das Land, der Raum – ist faktisch ja nach...
Unter den vielen klugen, charmanten Momenten des Duetts «The Way You Look (at me) Tonight» gibt es eine Szene, in der die schottische Tänzerin Claire Cunningham ihrem amerikanischen Kollegen Jess Curtis erklärt, wie man eine Krücke am besten auf dem Boden justiert, um mit den Beinen – schwups – um sie herumzuschwingen oder die Hand so geschickt an die Gehhilfe...
Die Dresdnerin hat von 1990 bis 1996 an der Palucca Hochschule für Tanz studiert. Dann zog es sie in die Tanzwelt, vornehmlich zu Frédéric Flamand nach Frankreich. Fast zehn Jahre war sie beim Ballet National de Marseille als Solistin engagiert, tanzte in Choreografien von Richard Siegal, Emanuel Gat, Annabelle Lopez Ochoa, Pascal Touzeau oder Yasuyuki Endo. Sie...
