Digital Natives
Der Duft von Pfannkuchen. Die Art, wie der Wind riecht. Wie die Diele knarzt. Wie sich der Boden unter den Füßen anfühlt. Wen wir zum Reden suchen, wenn wir in Sorge sind. Mit wem wir Freude teilen, wenn sie zu viel ist für einen allein. Ein Gericht. Der Gruß des Nachbarn. Ein Lied. Dass der Bäcker weiß, welches Brot wir lieben. Wie wir feiern. Die Chefin der Buchhandlung, die uns kennt. Wie wir reden. Wie wir fluchen. Das Haus, in dem wir einst die Kleinen waren und es bleiben, selbst, wenn wir groß sind. Eltern. Der Dialekt, den man nur dort pflegt, wo sie wohnt. Die Heimat.
Vertrautes im Unvertrauten
Heimat hat viele Gesichter. Meint Räume, Zeiten, Wahrnehmungen, Menschen. Viel besungen, viel bedichtet, politisch missbraucht, ideologisch instrumentalisiert – all das trifft auf sie zu. Sie hat einen präzisen Ort und hat doch keinen. Zunächst einmal ist sie nur ein Wort. Wie wir es auslegen – behaglich oder voller Unbehagen, begrenzt oder total flexibel –, das wird von unserer Prägung bestimmt. Heimat ist ein Buzzword geworden. Getriggert durch Impulse aus unterschiedlichen Diskursen, unterschiedlichen Ursachen. Heimat heute? In einer Gesellschaft, die von Mobilität, Migration ...
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Tanz Jahrbuch 2018
Rubrik: Eroberer, Seite 96
von Nic Leonhardt
«I was very into it and never really part of it», so beschreibt Katerina Andreou ihre Beziehung zum Ballett- und Klavierstudium, dem sie sich bis Anfang 20 widmete. Dieses Teilhaben aber nicht Teilsein hat sie beibehalten. Nicht umsonst heißt ihr letztes Stück «BSTRD»: ein Bastard ohne Vokale, ein Körper ohne Seele. Was gehört zu mir? Was kann ich mir aneignen?...
Für mich ist Heimat natürlich mein Geburtsland, die Tschechoslowakei, und: ihre Landschaft, ihre Sprache (Tschechisch und Slowakisch), ihre Literatur (Karel Čapek, Jaroslav Seifert, Bohumil Hrabal, Milan Kundera), ihre Musik (Antonín Dvořák, Bohuslav Martinů, Leos Janáček), ihre Volks-tänze und die Malerei (František Kupka, Josef Šíma, Jan Koblasa, Zdeněk Sýkora)....
Lorenzo Trossello hat einen jener überirdisch proportionierten Körper, die den Gedanken nahelegen, er stehe mit Gott auf ganz besonders gutem Fuß: hochgewachsen, muskulös, mit breiten Schultern und kräftigen Beinen, dazu ein ideales Bühnengesicht mit großen dunklen Augen, markanter Nase und gewinnendem Lächeln. Seit seiner Aufnahme am Northern Ballet in Leeds im...
