Von Bausch zu Bouché

Der Leiter des Ballet de l‘Opéra national du Rhin hat ein Faible für die Achse Berlin – Köln – Wuppertal. Und findet, dass auch das Ballett auf konstruktive Kommunikation setzen sollte. Begegnet ist ihm Thomas Hahn

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Bruno Bouché macht klare Ansagen. Ein «europäisches Ballett des 21. Jahrhunderts» will er definieren und erschaffen. Nichts Geringeres. Seit 2017 leitet der ehemalige Tänzer des Pariser Opéra-Ensembles die Geschicke des Ballet de l’Opéra national du Rhin, das in Mulhouse probt und gleichzeitig auf den Bühnen von Strasbourg und Colmar beheimatet ist. Bouchés choreografische Lektüre des Wenders-Films «Der Himmel über Berlin» (im Französischen «Les Ailes du désir», siehe S.

31), sein erstes abendfüllenden Werk, offenbart seine Ambitionen: Es ist modern, europäisch, innovativ. Gleichzeitig räumt der smarte, dezente und stets unprätentiöse Mittvierziger jeden Verdacht aus, seine Ernennung zum linksrheinischen Ballettchef könne ihm zu Kopf gestiegen sein. Im Gegenteil. Erst jetzt sei er bereit, sich als Choreograf zu definieren, versichert er. Schon nach der Uraufführung im Herbst 2021 hatte er verlauten lassen, dass er im Falle eines Misserfolgs das Choreografieren wohl gänzlich aufgegeben hätte. Denn: «Es war im Grunde ein völlig vermessenes Projekt. Zum Glück ist mir das erst im Nachhinein aufgefallen, sonst hätte ich es gleich gelassen.»

Geister Europas
Was ihm in Sachen Ballett der ...

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Tanz März 2022
Rubrik: Menschen, Seite 28
von Thomas Hahn

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