Treffpunkt Berlin
Die Jury, der neben Arlette-Louise Ndakoze, Matthias Quabbe, Ana Vujanovic und unserer Autorin Melanie Suchy auch Annemie Vanackere und Ricardo Carmona vom gastgebenden Hebbel am Ufer (HAU) angehörten, hat ein enorm vielseitiges Programm zusammengestellt: eine Art Prisma der Gegenwartstendenzen. Zwei der geladenen Stücke haben wir bereits vorgestellt, Julian Webers «Allongé» (tanz 2/21) und Antje Pfundtners «Sitzen ist eine gute Idee» (tanz 10/20). Die übrigen bündeln wir hier zum chorischen Highlight, das vom 16.
bis zum 20. März in Berlin zu bestaunen ist. www.hebbel-am-ufer.de
Meg Stuart «Cascade»
Für viele stellt der Kosmos ein mythendurchwobenes Muster hoch über unseren Köpfen dar, das sich nachts vor allem dort zeigt, wo die Luft nicht von Abgasen oder Lichtverschmutzung kontaminiert ist. Für die Popkultur tritt das entrückte Sternenzelt als Kulisse von Science-Fiction-Dramen auf oder als Infotainment, wenn irgendein spektakuläres Gerät oder Gefährt ins All geschossen wird. Auch im Bühnenraum für Meg Stuarts jüngstes Stück «Cascade», das vergangenen Sommer bei «ImpulsTanz» in Wien uraufgeführt wurde, dient das Weltall als Hintergrund. Hier ist es die «Fantasie eines ...
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Tanz März 2022
Rubrik: Tanzplattform, Seite 8
von
Zu Beginn schlägt laut eine Tür zu. Um häusliche Gewalt geht es in Eva Baumanns «Schattenkind», und die findet für Außenstehende meist nicht wahrnehmbar statt. Wie fühlt es sich an, wenn man als Kind den Übergriffen der eigenen Mutter ausgesetzt ist? Bei der Premiere im Stuttgarter Theaterhaus zwingt die Tänzerchoreografin, wie sich Eva Baumann bezeichnet, unseren...
Kein einfaches Thema, auch wenn der Titel das Gegenteil signalisiert. «Corpus» nennt Silvana Schröder ihr Ballett in einem Akt, zu dem sie sich u. a. durch einen Besuch der Ausstellung «Körperwelten» inspirieren ließ. Indes, es ist nicht das Anatomische allein, das sie in diesem Zusammenhang interessiert, auch wenn sich erst einmal etwas herzförmig Geformtes auf...
Die Franzosen lieben das Tanztheater von Pina Bausch, das Kino von Rainer Werner Fassbinder – und Wim Wenders. Während der Regisseur in seiner deutschen Heimat zwar geachtet, aber selten stürmisch gefeiert wird, hat er unter den frankophonen Cineasten eine riesige Anhängerschar. Insofern kein Wunder, dass die Tanzversion von «Himmel über Berlin» ausgerechnet in...
