Velma: «Velma Superstar»
Auf den ersten Blick gleicht das Programm der Speisekarte einer französischen Brasserie: Jugendstil. Aufgeschlagen aber sieht das Menü ganz anders aus: «La bague du roi» steht hier, «eine musikalische Fabel». Vom «Duo maestoso» bis zum Finale, von einer «Fugue de Tania» zur sibyllinischen «Private Perfektion: Offenbarung»: die Stücke sind absurd benannt. Nah an der (symphonischen) Realität, aber leicht verquer und verrenkt. Vorhang auf für «Velma Superstar», neuste Produktion der Rockgruppe aus Lausanne. Vorhang auf im Saal, wo normalerweise das Orchester spielt.
Sonst tritt hier nur noch Béjart auf. Der Maßstab ist gesetzt. Vor uns ein Chor, links ein Streichquartett, rechts Schlagwerk. Und herein kommt … ein Dirigent. Also: Klassik? Rock? Oder Tanz?
Velma gilt schon seit Jahren als das exzentrische Element der Schweizer Szene. Das ursprüngliche Trio – Christophe Jaquet (Stimme), Christian Garcia (Gitarre, Elektronik) und Stéphane Vecchione (Rhythmus) – tritt nicht nur in Clubs auf, sondern auch auf Theater- und Tanzbühnen, so bei La Bâtie in Genf oder beim Zürcher Theaterspektakel. Eins ist klar: Velma liebt es, mit den Grenzen zu spielen.
Das Orchestrieren fast unscheinbarer ...
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