Carolyn Carlson: «Inanna»
Erleichterung schon vor der Aufführung. «Das Pub-likum ist zurück», freut sich ein Kenner des Hauses, der die schwierige Wandlung von Maryse Delentes Ballet du Nord in Carolyn Carlsons CCN mitgemacht hat, samt Auflösungsängsten. Und das Publikum dürfte bleiben. Es hat die Neue auf Anhieb ins Herz geschlossen, wenn auch der Jubel nicht darüber hinwegtäuscht, dass Carlson wieder auf der Suche nach sich selbst ist.
Ihre freie Kompanie und ihr Studio auf der Cartoucherie, vis à vis zum Théâtre du Soleil von Ariane Mnouchkine, steckten in einer Sackgasse.
Um so kreieren zu können, wie sie es sich vorstellt, brauchte Carlson andere Produktionsbedingungen, strukturell und finanziell. In Roubaix ist derweil Erleichterung spürbar, dass das Flaggschiff der Tanzszene wieder flott ist. Ohne dass je eine Bemerkung darüber gefallen wäre, dass in der Einstandskreation für sieben Tänzerinnen nicht eine aus Frankreich stammt und die Choreografin ja auch nicht. Das macht Mut in Zeiten, da die Demagogie der Vernunft den Rang abläuft. Drei der sieben Interpretinnen gehörten schon zum Ballet du Nord, aber alle stammen aus den verschiedensten Himmelsrichtungen, geografisch und choreografisch. Das ...
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