Vegas, Doggy!
Was andere davon abhält, die Tanzfläche überhaupt zu betreten – für Patie Ventre gibt es kaum etwas Schöneres: Ihr Tanzpartner hat zwei linke Füße. Dafür lässt er sich aber bereitwillig kommandieren. Tritt er ihr auf die Zehen – seine schmachtend treuen Hundeaugen entschädigen für alles.
Die flamboyante US-Amerikanerin und, ihr gleich, wetteifernde regionale, nationale und internationale Verbände für «Hundetanz», «Dog dancing», «Canine Freestyle» haben es für sich entdeckt, das perfekte Duett aus «responsible pet ownership» (verantwortungsvoller Haustierhaltung) und weiblichem Führungsanspruch. Früher hat Patie Ventre Standard getanzt; da führt bekanntlich der Mann. Zugegeben (aber nicht von ihr): «Canine Freestyle» ist höchstens putzig und selten so elegant wie Frauchens Staffage.
Dafür bringt uns der gemeinsame Kunstgenuss unsere besten Freunde noch näher. Und steigert, für nüchternere Gemüter, Doggys geistige Leistung, während es seine tierhaften Aggressionen abbaut. Mehr kann Kultur auch für Menschen nicht tun. Und wer den Drill für unnatürlich hält, den Bei-Fuß-Trippeln, Seitschritt, Pirouette und Parade erfordern, der kann sich den nächsten Ballettbesuch ja auch sparen.
Fakt ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
«Ich entwickle mich langsam. Ich bin nicht jemand, der steil aufsteigt. Natürlich verfolge ich auch eine Ästhetik und eine Linie, die aber nicht trendig ist. Auf längere Sicht zeigt sie aber vielleicht eine Perspektive auf, die überleben kann.» So bescheiden klang der Schweizer vor vielen Jahren. Aber er behielt recht. Seit 1999 leitet der heute 49-Jährige das...
Tanz weder als expressiver Ausdruck von Emotionen noch als dramatisches Mittel zum Erzählen von Geschichten, Stimmungen oder Atmosphären, nur die Bewegung an und für sich, sie allein steht im Zentrum des Interesses des am 16. April 90 Jahre alt werdenden Merce Cunningham. Seine Tanztechnik sucht den Tanz um des Tanzens willen («dance for dance’s sake»). Bewegung in...
Martin Puttke, wir sitzen hier in der Intendanz des Staatsballetts Berlin, wo Sie kürzlich einen Workshop gegeben haben. Was haben Sie den Tänzern beigebracht? Mich beschäftigt schon lange die Frage, wie wir die Klassiker lebendig bekommen. Wir sehen ja, dass Tänzer Schwierigkeiten haben, uns den Siegfried oder die Giselle als heutige Figuren glaubhaft zu machen....
