Vegas, Doggy!
Was andere davon abhält, die Tanzfläche überhaupt zu betreten – für Patie Ventre gibt es kaum etwas Schöneres: Ihr Tanzpartner hat zwei linke Füße. Dafür lässt er sich aber bereitwillig kommandieren. Tritt er ihr auf die Zehen – seine schmachtend treuen Hundeaugen entschädigen für alles.
Die flamboyante US-Amerikanerin und, ihr gleich, wetteifernde regionale, nationale und internationale Verbände für «Hundetanz», «Dog dancing», «Canine Freestyle» haben es für sich entdeckt, das perfekte Duett aus «responsible pet ownership» (verantwortungsvoller Haustierhaltung) und weiblichem Führungsanspruch. Früher hat Patie Ventre Standard getanzt; da führt bekanntlich der Mann. Zugegeben (aber nicht von ihr): «Canine Freestyle» ist höchstens putzig und selten so elegant wie Frauchens Staffage.
Dafür bringt uns der gemeinsame Kunstgenuss unsere besten Freunde noch näher. Und steigert, für nüchternere Gemüter, Doggys geistige Leistung, während es seine tierhaften Aggressionen abbaut. Mehr kann Kultur auch für Menschen nicht tun. Und wer den Drill für unnatürlich hält, den Bei-Fuß-Trippeln, Seitschritt, Pirouette und Parade erfordern, der kann sich den nächsten Ballettbesuch ja auch sparen.
Fakt ...
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«AUS IHREN NETZEN SCHAUN DIE SPINNEN ZU EIN WENIG TANZEND IN DEM WELLENGANG MIT DEM...
Jean-Georges Noverre schäumt vor Wut in seinem VIII. Brief über die Tanzkunst:Der Tanz, ganz und gar zu Hause in der Oper und wie keine andere Kunst begabt, diese wieder glaubwürdig und anrührend zu machen, ausgerechnet der Tanz verkommt in der Hand von Ignoranten zum gefälligen Ornament. Anstatt die erneuernden Kräfte der Bewegung zu nutzen! Man müsse «die Autoren...
Reinhild Hoffmann war ein Star des deutschen Tanztheaters, zuerst in Bremen, zuletzt am Schauspielhaus Bochum, das 1995 die Tanzsparte aufgab. Seitdem inszeniert sie Opern, klassische Werke wie 2003 Strauss’ «Ariadne auf Naxos» und zeitgenössische wie 2005 zusammen mit Isabel Mundry «Das Mädchen aus der Fremde» am Mannheimer Nationaltheater. Im Januar ehrte die...
