Choreografen an der Oper

Nicht hübsche «Einlagen» liefern – das Regiepult wollen sie übernehmen. Die Oper ist reif dafür.

Tanz - Logo

Ballett-Einlage

Es war eine ungeliebte Pflicht, die die Tänzer des Opernballetts an Stadt- und Staatstheatern an ihren Status im Kanon der Künste erinnerte. An ein Haus gekettet, künstlerisch mit wenigen Vorstellungen kurzgehalten, galten sie den Kollegen als hübsche Verfügungsmasse. Mussten antanzen zu «Einlagen» in Musical, Operette und Oper; obwohl deren Regisseuren selten recht viel zum Ballett einfiel. Und die musikalisch einfallsloseren Passagen fielen, wie begleitet vom Achselzucken schon des Komponisten, ohnehin der Choreografie zu.



Zum Glück für alle Beteiligten gehört diese hilflose bis selbstverständliche Ignoranz der Vergangenheit an (Ausnahmen aus «Sparzwang» bestätigen die Regel). Die Musiktheaterregie hat sich weiterentwickelt und denkt nicht daran, irgendwelche Zutaten auf der Bühne zu dulden, die ungeschickt durchs Gesamtbild purzeln. Sie mischt alle Elemente mit gleicher Sorgfalt oder verzichtet auf sie. Eine getanzte Einlage ohne dramatische Bedeutung im Inszenierungszusammenhang würde gestrichen. Wollen die Opernregisseure aber nicht darauf verzichten, dann finden sie kompetente Gegenüber auf der Tanzseite. Entweder am eigenen Haus, wo viele Kompanien inzwischen ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz April 2009
Rubrik: Tanz die Oper, Seite 12
von Katja Werner

Vergriffen
Weitere Beiträge
Studieren

Studieren kann man Tanz mit internationaler Anerkennung durch die Qualifikationen als Bachelor oder als Master of Arts. In der Schweiz macht sich der Choreograf Philipp Egli nun für den BA stark, eine gute Grundlage für Tänzer und Choreografen, um Praxis mit Theorie zu verbinden. Egli verließ abrupt letztes Jahr das Theater im schweizerischen St. Gallen und kehrte...

Das ist typisch

Lübeck rettete 1995 das Stadttheater, indem es den Tanz abwickelte. Nun macht ihm die zwangsfreie Tanzszene ein Angebot: «kostenneutral für das Theater» ein Ballett- und Tanztheater zu installieren – klar, ohne das Theater zu belasten. Dafür ist, üblich in norddeutschen Bürgerschaften, eine eigene bauliche Sichtbarkeit nötig. Ab dem 25. April gibt es ein Lübecker...

Highlights

Auf den Gletscher

geht’s alle Jahre wieder am 24. April. Dann bringt Hubert Lepka mit seiner Kompanie Lawine Torrèn elefantöse Pistenbullys und Hubschrauber ins österreichische Sölden, damit Hannibal es noch einmal wagen darf, die Ötztaler Alpen am Rettenbachgletscher mit 60 000 Mann zu überqueren. Das Spektakel für über tausend Zuschauer in der Kälte ist...