Ushio Amagatsu: "Toki"
Sankai Juku sehen und sich kratzen. Der Anblick weiß bemalter Körper, deren Tünche langsam abblättert, kann extreme Reaktionen hervorrufen. Eine Zuschauerin ging nach der Aufführung von «Toki – ein Augenblick in verschlungenen Zeiten» nach Hause und rieb sich stundenlang die Haut am ganzen Körper. Eventuell auch, um besser zu ergründen, was sie auf der Bühne eigentlich gesehen hatte. Das neue Stück ist in der Tat recht trocken für eine Kreation von Sankai Juku. Es gibt keine visuellen Streicheleinheiten, keinen See auf der Bühne, nicht mal ein Rinnsal.
Umso mehr fokussiert Amagatsu den Blick und das Empfinden auf die Körper. Die können wie Larven wirken, wie Amagatsu selbst, klein und gedrungen, wie ein Urmensch.
Die nackte Bühne ist mit sieben Stelen besetzt, Grabplatten, die hoch hinaus ragen wie in einem buddhistischen Stonehenge. Sie umringen einen diagonalen Steg, auf dessen Sandfüllung Amagatsu wie ein zweifüßiges Raubtier in Zeitlupe den Laufsteg neu erfindet.
Die Dauer jeden Bilds, das den Zuschauer mit sich selbst konfrontiert, entspricht der Ewigkeit, mit der uns in «Toki» auch kein Tropfenfall, sondern ein Stab verbindet, der durch eine Art Saturnring fährt, als Symbol ...
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