Ioana M. Popovici: "Portrét"
Aus Kindern werden Leute. Aber verändern sich deswegen ihre Verhaltensweisen? Ioana Mona Popovici, rumänische Choreografin in Prag, erforscht in ihrer ersten Arbeit für die tschechische Tanzgruppe Nanohach zunächst spielend soziale Mechanismen unter jungen Menschen, um sie – nach einem Moment der Besinnung – mit den ganz und gar nicht so harmlosen «Spielchen» unter Erwachsenen zu konfrontieren: eine ebenso kraftvolle wie kontrastreiche Studie, die einem das Blut gefrieren lässt.
Bezeichnend der Beginn.
Die Augen angstgeweitet steht Anna Caunerová allein im Schein eines einzigen Spots. Warum erschaudert sie lachend am ganzen Leib? Petr Smetácek hat das Ponec schwarz ausgehängt. Ein schmächtiges Bäumchen, poetisch in der linken Bühnenecke positioniert, lässt seine Kirschen fallen. Über den Köpfen der vier «Kinder», die sich wenig später mit den motorischen Streicherklängen Henryk M. Góreckis hinzugesellen, schwebt schwerelos ein Aquarium voll Fische, pelzig verkleidet, als ob Meret Oppenheim damit ein Zeichen geben möchte. Doch nichts erklärt sich aus sich selbst, und namenlos scheint zu Anfang die Furcht, die Anna Caunerová, Lea Capková, Miroslav Kochánek, Honza Malík und Marta ...
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