Unter Sternenhimmeln
Virve Sutinen, zuerst die gute Nachricht. Entgegen allen Unkenrufen findet das Berliner Festival «Tanz im August» nun doch statt. Wer musste wie überzeugt werden, damit das Wunder geschehen durfte?
Virve Sutinen: Zunächst musste ich selbst überzeugt werden. Wir haben nach der Absage ein Worst-Case-Szenario abgearbeitet und genau genommen drei Festivals gestemmt. Vom ersten blieb das Festival-Magazin übrig, das die ursprünglich ausgewählten Künstler feiert.
In einem zweiten Anlauf haben wir uns zu einem Online-Festival entschlossen, auch wenn wir wissen: Alle haben genug von Streaming. Aber wir sind ein diskursives Festival, das Diskussionen ermöglicht. Das muss auch außerhalb des Theaterraums möglich sein. Im dritten Durchgang haben wir den öffentlichen Raum als Spielort für uns entdeckt. Ich war skeptisch, aber für Produktionen wie William Forsythes «A Quiet Evening of Dance» ist es tatsächlich möglich, sie auch außerhalb des Theaters und außerhalb des Internets zu zeigen.
Matthias von Hartz, für die Schweiz gilt der bundesrätliche Entscheid, bis Ende August keine Veranstaltungen mit mehr als 1000 Leuten zuzulassen. Genau wie anderswo in Europa. Dabei zählt man in einem Festival ...
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Tanz August/September 2020
Rubrik: Produktion, Seite 6
von Arnd Wesemann
Die Sommerferien verschaffen der Staatlichen Ballettschule Berlin und Schule für Artistik eine Atempause (tanz 3/20). Und die ist bitter nötig. Inzwischen sind nicht nur der Schulleiter Ralf Stabel und der Chef des angegliederten Landesjugendballetts, Gregor Seyffert, gekündigt worden. Vielmehr ist eine veritable Medienschlacht entbrannt: Verteidiger der Herren...
Anruf bei Tarek Assam, Sprecher der Bundesdeutschen Ballett- und Tanztheaterdirektoren Konferenz: «Wir wüssten gerne, was Sie und Ihre Kollegen und Kolleginnen von Berufsanfängern erwarten?» Der Choreograf leitet die zeitgenössische Tanzcompagnie am Stadttheater Gießen und fragt in die Runde, und so gesellen sich zum Zoom-Meeting zwei weitere Herren dazu: Honne...
Zwar hat das Staatstheater Darmstadt vier Schauspieler und drei Tänzer aufgeboten für eine Inszenierung von Alexandra Badeas 2015 uraufgeführtem Stück «Ich schaue dich an (Je te regarde)», aber dann hat man das siebenfach Leibhaftige doch wegen Corona lieber in eine Konserve gepackt: Entstanden ist ein Film, der auf der Drehbühne des Theaters, aber auch in der...
