Serie: Abschwellende Angst: 3. Theater ohne Publikum

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Corona hat es an den Tag gebracht – wir haben Angst. Wir gehen auf Dis­tanz, schrecken körperlich zurück vor dem, was wir nicht sehen. Die Angst macht der Politik längere Arme, als ihr zustehen und hebt die Wissenschaft in den Stand einer politischen Macht. Unsere Serie will zeigen, welche Rolle der Tanz spielt in den Wissenschaften, die alle mal gegründet wurden, um die Angst zu besiegen.

Je größer ein Theatergebäude, desto unwahrscheinlicher, dass es in alter Größe bald wiedereröffnet.

Und wenn es öffnet, dann nur unter Missachtung des ersten Gebots aller Theater: dass ein Erfolg sich allein am Interesse des Publikums messen lasse. «Platzausnutzung» heißt das Zauberwort. Es scheint auf einmal keine Rolle mehr zu spielen, so, als schaffe das Virus Platz für eine Frage, die das Theater schon vor hundert Jahren umtrieb, damals, als andere Schocks einsetzten, als sich Sport und Kino als Großveranstaltungen neben die Theater stellten. Da fragte man bang: Was ist das Publikum? Für Bert Brecht war es ein Wesen, das sich im Theater nun ebenso engagieren solle wie am Rand des Fußballfelds. Walter Benjamin sah das Publikum auf der Flucht vor der Wirklichkeit: Zum Weinen ginge es ins ...

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Tanz August/September 2020
Rubrik: Side Step, Seite 10
von Arnd Wesemann

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