Ethische Fragen
«Entweder Balletttänzer oder einer der anderen.» Wer die anderen sind, hat mich sehr interessiert, und im New York der späten 80er durfte ich als klassisch ausgebildeter Tänzer eine offene, vielfältige Dance Community kennenlernen. Die Ausbildung hat sich seither stark gewandelt, eine Vielfalt von Stilen und Arbeitsweisen und ein hybrides Geflecht von Tanzformen und Körpertechniken wird heute unterrichtet. Die Absolventen und Absolventinnen zeichnen sich durch fundierte Technik, Offenheit und Improvisationsfertigkeiten aus. Sie lernen, künstlerische Prozesse aktiv mitzugestalten.
Eine internationale Schülerschaft hofft auf einen Job auf einem schwierigen Arbeitsmarkt. Tänzer und Tänzerinnen starten ihre Berufsausbildung in sehr jungen Jahren und bedürfen besonderer Fürsorge und Begleitung. Es geht darum, den Körper und das Denken von unnötigem Druck zu befreien und eine Balance zwischen Sinnhaftigkeit, Machbarkeit und Gesundheit zu finden. Bei allem Anspruch an Virtuosität sind Raum und Zeit für neue individuelle Erfahrungen sowie Ruhe- und Heilungsphasen entscheidend für eine lange und gesunde Karriere. In demokratisch-politischer Bildung und genauer Kenntnis des Berufsfeldes ...
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Tanz August/September 2020
Rubrik: Ausbildung, Seite 42
von Helge Letonja
Es gibt vieles, was uns diese Corona-Zeit vermittelt: den Wert der Freiheit beispielsweise – sei es die Freiheit zu reisen oder das Haus, die Region zu verlassen. Sie vermittelt die Bedeutung von Bewegung, gerade, indem diese eingeschränkt wird. Wie sehr hat das jeder und jede von uns in den letzten Monaten verspürt. Und wie viel mehr spüren es die Tänzer*innen,...
Mit dem «Swiss Workshop» am 11. Oktober sollen junge Schweizer Tänzerinnen und Tänzer dazu ermutigt werden, über eine zukünftige Teilnahme am «Prix de Lausanne» nachzudenken. Tänzerinnen und Tänzer mit Schweizer Staatsbürgerschaft oder mindestens zweijähriger Ausbildung an einer Schweizer Tanzschule auf mittlerem oder fortgeschrittenem Niveau erhalten während...
Die glänzende Autorin Sally Banes – Pionierin der seinerzeit neuen Betrachtungsweise von Tanz im sozialen Kontext sowie frühe Advokatin des Hip-Hop –, kennt man vor allem als Verfasserin des Standardwerks «Terpsichore in Sneakers: Post-modern Dance» (1980). Sieben weitere Bücher sowie eine Unzahl von Essays bezeugen ihre führende Rolle auf dem zunehmend fruchtbaren...
