Unter Selbstbeobachtung

Erst tut’s nur manchmal weh, dann kommt der chronische Schmerz – das kennen viele Tänzer. So auch William Moore, Erster Solist beim Ballett Zürich. Wie er damit klarkommt und gegensteuert, erzählt er Lilo Weber

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Wenn William Moore nach der Tram rennen muss, lacht ihn seine Freundin manchmal aus. Das sehe so albern aus. «Aber ich versuche eben, die Füße möglichst viel einzusetzen, um meine Knie zu schonen», erklärt der Brite. Das Knie – das ist die Achilles-Ferse des beliebten Ersten Solisten beim Ballett Zürich. Genauer: die Patellasehnen. Vor fünf Jahren musste er sie an beiden Knien operieren lassen. Fast zwei Jahre lang fiel er aus. Und nun? «Gerne würde ich sagen, es ist gut. Aber dem ist nicht so.

» Beim Springen fühlt er den Druck auf das Gelenk, und das gibt ihm das Gefühl, nicht genügend Kraft zu haben. Also schont er es, wenn er kann. «Sie sollten mich nach der Arbeit sehen. Wie ein alter Mann. Ich stütze mich mit den Armen, wann immer ich aufstehe – dabei bin ich ein Tänzer.» Dann steht er auf der Bühne, und von Schmerzen und Unsicherheiten ist nichts zu sehen. «Das ist, als würde ich mich in eine andere Zone katapultieren.» 

Erst das eine Knie, dann das andere

William Moore strahlt in die hintersten Ränge des Zürcher Opernhauses. Ein wunderschöner Tänzer. Einer, den man als durch und durch ehrlich bezeichnen könnte. Nichts von Selbstverliebtheit, kein Schnickschnack in eigener ...

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Tanz Februar 2020
Rubrik: Praxis, Seite 60
von Lilo Weber

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